Julian Nida-Rümelin

Eine Philosophie humaner Bildung

Eine humane Bildungspraxis ist darauf gerichtet, die Integrität der Person zu achten und zu fördern, die Person als Ganze, nicht in ihrem Funktionieren für diese oder jene Zwecke, zu respektieren und günstige Bedingungen für ihre Entfaltung zu schaffen. Eine humane Bildung soll den ganzen Menschen in den Blick nehmen, ihn in seiner ästhetischen, emotionalen, ethischen und kognitiven Dimension respektieren. Diese Kohärenz ermöglicht ein in sich stimmiges Leben, es trägt dazu bei, dass Menschen in den unterschiedlichen Phasen ihres Lebens mit sich im Reinen sind und sollte oberstes Ziel humaner Bildung sein.

Julian Nida-Rümelin gilt als einer der renommiertesten Philosophen in Deutschland. Er lehrt Philosophie und politische Theorie an der Ludwig-Maximilians-Universität in München. Seit 2018 ist er Direktor am Bayerischen Forschungsinstitut für digitale Transformation (bidt) und leitet den Bereich Kultur am Zentrum Digitalisierung Bayern (ZD.B). Er ist u.a. Honorarprofessor an der Humboldt-Universität zu Berlin, Mitglied der Europäischen Akademie der Wissenschaften und Künste und der Akademie für Ethik in der Medizin. Für fünf Jahre (1998-2002) wechselte Nida-Rümelin in die Kulturpolitik, zunächst als Kulturreferent der Landeshauptstadt München, dann als Kulturstaatsminister im ersten Kabinett Schröder.

Er hat sich in den letzten Jahren intensiv mit Bildungsfragen befasst und dazu drei Bücher publiziert. Darunter: Philosophie einer humanen Bildung (2013). Zuletzt ist von ihm erschienen: Digitaler Humanismus: Eine Ethik für das Zeitalter der künstlichen Intelligenz (2018).