Dr. Michael Lichtblau

Von Dinosauriern und Tagen in der Bastelecke – Interessen von Kindern als Ansatzpunkt einer ressourcenorientierten Förderung (Vortrag)

Jede*r von uns kennt Kinder, die schon früh durch intensive Interessen für bestimmte Themen, Gegenstände und Handlungen auffallen. Zum Beispiel Kinder, die gestandene Experten*innen für Dinosaurier sind, im künstlerisch-kreativen Bereich wahre Wunder vollbringen oder in einer Sportart vollkommen aufgehen. Unter Entwicklungsperspektive ist das sehr vorteilhaft, da Studien den hohen Einfluss von Interessen auf die erfolgreiche (Lern-)Entwicklung belegen. In der (früh-)pädagogischen Praxis sind kindliche Interessen daher ein hervorragender Ansatzpunkt für eine wertschätzende und ressourcenorientierte Förderung. Der Vortrag führt in interessentheoretische Grundlagen ein und charakterisiert anhand von videografischen Fallbeispielen unterschiedliche Interessenorientierungen von Kindern.

Wertschätzende Elternkooperation im Übergang von der Kindertagesstätte in die Schule (Workshop)

Der Start in der Schule ist für Kinder und ihre Eltern eine aufregende und anspruchsvolle Entwicklungsphase, die auch von Unsicherheiten und Ängsten begleitet wird. Fallstudien zeigen, dass die erfolgreiche Bewältigung des Übergangs durch die Qualität der Kooperationsbeziehung zwischen Familie und Kita/Schule moderiert wird. Eine wertschätzende und ressourcenorientierte Perspektive auf das Kind und seine Familie unterstützt den Übergang – eine konflikthafte und defizitorientierte Perspektive erschwert diese Aufgabe und hemmt die Entwicklung des Kindes (und auch der Familie). Eine kurze Inputphase führt zu Beginn in die Thematik ein und stellt zwei kontrastierende Fallbeispiele zur Kooperation im Dreieck „Kita-Familie-Schule“ vor. Das Ziel des Workshops ist dann der Austausch von Praxiserfahrungen über erfolgreiche Haltungs- und Handlungsperspektiven im Plenum.

Dr. Michael Lichtblau ist Psychologe und Tischler und seit 2008 an der Leibniz Universität Hannover am Institut für Sonderpädagogik tätig. Er beschäftigt sich dort mit den Themen „Kindliche Interessenentwicklung“, „Transition Kita-Schule“, „Inklusion in Kita und Schule“ und „Ressourcenorientierte Beobachtung und Förderung“. Praxisbezogene Forschungsprojekte fokussieren dabei die Perspektiven von belasteten Kindern und ihren Familien mit dem Ziel, Prozesse der Bildungsbenachteiligung besser zu verstehen und dazu beizutragen, diese abzubauen.