Uta Böttcher

Tanz als gesundheitsförderndes Element (Workshop I)

Unsere Zeit ist sehr schnelllebig, täglich werden wir von vielen Reizen überflutet. In der Gesellschaft ändern sich Werte und Strukturen unablässig. Als Kontrapunkt und Ausgleich dazu wollen wir genussvolle Bewegungsformen finden, die es ermöglichen, sich in sicherem Rahmen auszudrücken und Raum geben zum Innehalten. Im Tanz erfahren wir mit unserem Körper zyklische Geschehen wie Wachsen, Entfalten, Loslassen, Ruhen. Wir wollen Tanz als gesundheitsförderndes Element entdecken.

Tanz – ein spielerisches Verbinden mit andern Menschen (Workshop II)

Tänzerische sinnliche Bewegungen vermitteln uns eine positive Körperwahrnehmung und helfen uns, den eigenen Ausdruck zu finden. Im gemeinsamen Tanz verbinden wir uns spielerisch mit anderen Menschen, stärken unser Selbst-Bewusstsein und unsere Selbst-Wirksamkeit. Wir erfahren Tanz und Bewegung als Mittel zur Integration und sozialen Interaktion. So kann Sicherheit vermittelt und das Selbstwertgefühl gesteigert werden. Zusammen tanzen schafft Verbindung und Vertrauen zwischen Menschen und Kulturen.

Uta Böttcher arbeitet seit vielen Jahren als Tanz- und Physiotherapeutin und leitet Meditative Tanzgruppen. Aktuell ist Sie in der Asklepios Psychiatrie Niedersachsen als Körper- und Tanztherapeutin tätig. Weiterhin arbeitet sie als Schmerzphysiotherapeutin für die Universitätsmedizin Göttingen. Von 1993-2010 war sie als Physio- und Bobathkindertherapeutin in integrativen Einrichtungen beschäftigt.

www.uta-boettcher-tanz.de

Meera Drude

Neue Autorität durch Präsenz und Beziehung (Vortrag und Workshop)

In unserer schnellstlebigen und multimedialen digitalen Zeit werden die Anforderungen an ErzieherInnen und LehrerInnen in Kitas und Schule immer komplexer und umfassender. Jedes Kind ist anders vorgeprägt und bringt dies mit ein. Diese Unterschiedlichkeit ist einerseits sehr bereichernd, erfordert aber auch eine andere Art von Beziehungsaufbau und auch Beziehungsgestaltung. Es gibt nicht mehr die unangefochtene Macht aus der Rolle des Erziehenden heraus, und das ist auch gut so, bringt es doch einen Prozess von wertschätzendem Miteinander in Gang. In der Interaktion zwischen Erziehenden (Eltern, Erzieher, Lehrer) und Kindern, in Konfliktsituationen und bei Eskalationen, wird durch Präsenz und klare Grenzen dem Kind Sicherheit und tragfähige Beziehung vermittelt. Grenzen, Strukturen und Regeln geben ihm den Rahmen, den es zum Wachsen und Modelllernen benötigt. Gleichzeitig erfahren sich die Erziehenden durch die Methoden der neuen Autorität in ihrem pädagogischen Auftrag gestärkt und unterstützt; Selbstreflexion und die Entwicklung von Selbstfürsorge werden ermöglicht.

Wie kann dieses gelingen?

Im Vortrag werden die wichtigsten Bausteine des Konzeptes der Neuen Autorität vorgestellt, die einzelnen Schritte hierzu beschrieben und Methoden und Wege zur Umsetzung aufgezeigt.

Der nachfolgende Workshop dient der praktischen Erfahrung durch einzelne Übungen aus den im Vortrag beschriebenen Bausteinen. Es wird interaktiv ein persönliches Erleben ermöglicht, das die Umsetzung der einzelnen Schritte veranschaulicht und erfahrbar macht: „Was macht es mit mir (Kind), wenn meine Erzieher, Eltern, Lehrer sich z.B…….. verhalten?“

Meera Drude arbeitet seit vielen Jahren als Psychotherapeutin in eigener Praxis in Göttingen. Darüberhinaus ist sie in den verschiedendsten Bereichen supervisorisch tätig. Sie hat eine eigene Methode der Aufstellungsarbeit entwickelt und arbeitet in diesem Bereich sowohl im therapeutischen als auch organisatorischen Kontext.

Dr. Karl Gebauer

Mobbing – Eine Machtübernahme im Klassenzimmer

Mobbing ist ein aggressiver Akt und bedeutet, dass ein Schüler / eine Schülerin über einen längeren Zeitraum belästigt, schikaniert oder ausgegrenzt wird. Diese Prozesse laufen in der Regel verdeckt ab, sind also nur schwer von Lehrkräften zu erkennen. Das hat im Extremfall schwerwiegende Folgen. Oft entwickelt sich in einer Klasse eine autoritäre Herrschaftsstruktur, die von einem Schüler / einer Schülerin ausgeht. Häufig kommt es dabei vor, dass Lehrkräfte in diesem Prozess ihre Autorität verlieren. Ihren Platz nimmt der Mobber / die Mobberin ein. Er / Sie bestimmt den Verhaltenscodex. Die Schüler*innen leben und agieren in zwei „Klassenwelten“. Die Schattenwelt ist den Lehrpersonen meistens verborgen.

Im Vortrag werden Lösungsansätze dargestellt und spezifische Aufgaben beschrieben, die von Opfern, Mitläufern, Tätern und Lehrpersonen zu bearbeiten sind.

Dr. phil. Karl Gebauer, war Lehrer und 25 Jahre Schulleiter der Göttinger Leinebergschule. Er hat mehrere Bücher zu Erziehungs- und Bildungsfragen veröffentlicht. Dabei war es ihm wichtig, Erkenntnisse aus Nachbarwissenschaften in seine Arbeit einzubeziehen. Er ist Mitinitiator und Gestalter der Göttinger Kongresse für Erziehung und Bildung.

www.gebauer-karl.de

Dr. Gabriele Haug-Schnabel

Vielfalt sehen und beantworten (Vortrag und Workshop)

Diversität beginnt ab dem zweiten Kind. Jedes Kind bringt sein eigenes Geburtsalter, sein individuelles Entwicklungsalter, sein Geschlecht, sein Temperament und seine Persönlichkeit, seine Familiengeschichte und seine soziale und kulturelle Umwelt mit.

Diversität ist etwas Normales, Selbstverständliches und erfordert eine Pädagogik der Vielfalt, die die unterschiedlichen Bedarfe, Kompetenzen und Interessen jedes Kindes im Blick hat, diese als Chance versteht und sie in einer inklusionsbewussten Gestaltung von Raum und Alltag genauso wie in der achtsamen individuellen Begegnung widerspiegelt.

Dr. rer. nat. habil. Gabriele Haug-Schnabel, Verhaltensbiologin und Ethnologin, 20 Jahre Privatdozentin an der Universität Freiburg, lehrt aktuell „Pädagogik der Kindheit“ an der EH Freiburg und „Early Childhood Education“ an der Universität Salzburg. Sie ist Gründerin und Leiterin der Forschungsgruppe Verhaltensbiologie des Menschen.

www.verhaltensbiologie.com

Klaus Kokemoor

Was bewegt das Kind, das aus dem Rahmen fällt -Die Reflexion und der Umgang mit besonderen Verhaltensweisen

Inklusion ist in Kindertagesstätten und Schulen die große Herausforderung unserer Zeit. Neben den Kindern mit Verhaltensauffälligkeiten stellen Kinder mit Behinderung auf Grund der besonderen Entwicklungsbedürfnissen, sehr spezifische Anforderungen an die pädagogischen Fachkräfte. So gibt es eine Vielzahl von Kindern, die uns mit ihrem Verhalten an Grenzen bringen und somit buchstäblich aus dem Rahmen fallen. Der Vortrag zeigt verschiedene Blickwinkel auf, wie wir auf diese Anforderungen angemessen reagieren können.

Autismus – Begegnung mit einer anderen Kultur: Von der Selbstbezogenheit zum Beziehungserleben

Autistische Kinder haben ein anderes Wirklichkeitserleben und scheinen wie Menschen einer anderen Kultur. Viele Erziehungsschwierigkeiten sowie pädagogische Konflikte gründen in den Missverständnissen, die sich aus dieser anderen Sichtweise ergeben. Der Vortrag ist eine Einladung zum Perspektivwechsel. Er baut eine Brücke zur Interaktion mit dem autistischen Kind. Die Entdeckung der Lust an der Begegnung mit dem Anderen ist eine wesentliche Grundlage, um eine positive Entwicklung beim Kind zu bewirken.

Klaus Kokemoor, Jg.1962, ist Diplom-Sozialpädagoge, Supervisor, Therapeut (Entwicklungsbegleitung Doering, Psychomotorische Praxis Aucouturier sowie Marte-Meo Video Interaktionsanalyse). Koordinator für das Thema Inklusion der Stadt Hannover. Seit 1982 beschäftigt er sich in Praxis und Theorie mit Menschen mit Autismus. Autor der Bücher Autismus neu verstehen, Das Kind das aus dem Rahmen fällt, sowie zahlreichen Publikationen.

Prof. Dr. Claudia Mähler

Gut gerüstet für die Schule – Was unsere Kinder brauchen und was wir dafür tun können

Mit dem Schuleintritt beginnt eine neue Lebensphase, aber was es dort zu lernen gibt, ist keineswegs alles neu. Kinder entwickeln sich kontinuierlich und erwerben schon vor der Schule wichtige Vorläuferkompetenzen, z.B. für die Schriftsprache, die Mathematik, die soziale Anpassung. Und so entsteht auch bereits vor der Schule eine große Vielfalt, die zu ganz unterschiedlichen Startchancen für die Kinder führt. Frühe Förderung und ein gelingender Übergang von der Kita in die Grundschule können helfen, den individuellen Möglichkeiten eines jeden Kindes gerecht zu werden.

Im Vortrag werden die Entwicklung wichtiger Vorläuferkompetenzen für den späteren Schulerfolg beleuchtet und Möglichkeiten früher Bildung und Förderung aufgezeigt.

Prof. Dr. Claudia Mähler ist Professorin für Pädagogische Psychologie und Diagnostik an der Universität Hildesheim. Ihre Forschungsschwerpunkte sind die kognitive Entwicklung von Kindern im Vor- und Grundschulalter, der Umgang mit Heterogenität in der Entwicklung sowie Prävention und Intervention bei Lernschwierigkeiten. Sie leitet die Hochschulambulanz KiM – Kind im Mittelpunkt an der Universität Hildesheim.

Prof. Dr. Julian Nida-Rümelin

Eine Philosophie humaner Bildung

Eine humane Bildungspraxis ist darauf gerichtet, die Integrität der Person zu achten und zu fördern, die Person als Ganze, nicht in ihrem Funktionieren für diese oder jene Zwecke, zu respektieren und günstige Bedingungen für ihre Entfaltung zu schaffen. Eine humane Bildung soll den ganzen Menschen in den Blick nehmen, ihn in seiner ästhetischen, emotionalen, ethischen und kognitiven Dimension respektieren. Diese Kohärenz ermöglicht ein in sich stimmiges Leben, es trägt dazu bei, dass Menschen in den unterschiedlichen Phasen ihres Lebens mit sich im Reinen sind und sollte oberstes Ziel humaner Bildung sein.

Prof. Dr. Julian Nida-Rümelin gilt als einer der renommiertesten Philosophen in Deutschland. Er lehrt Philosophie und politische Theorie an der Ludwig-Maximilians-Universität in München. Seit 2018 ist er Direktor am Bayerischen Forschungsinstitut für digitale Transformation (bidt) und leitet den Bereich Kultur am Zentrum Digitalisierung Bayern (ZD.B). Er ist u.a. Honorarprofessor an der Humboldt-Universität zu Berlin, Mitglied der Europäischen Akademie der Wissenschaften und Künste und der Akademie für Ethik in der Medizin. Für fünf Jahre (1998-2002) wechselte Nida-Rümelin in die Kulturpolitik, zunächst als Kulturreferent der Landeshauptstadt München, dann als Kulturstaatsminister im ersten Kabinett Schröder.

Er hat sich in den letzten Jahren intensiv mit Bildungsfragen befasst und dazu drei Bücher publiziert. Darunter: Philosophie einer humanen Bildung (2013). Zuletzt ist von ihm erschienen: Digitaler Humanismus: Eine Ethik für das Zeitalter der künstlichen Intelligenz (2018).

Maike Plath

Kommunikation und gelingende Beziehungsgestaltung im Schulalltag

Wie kann es gelingen, in sehr heterogenen Lerngruppen vertrauensvolle und individuelle Beziehungen zu Kindern und Jugendlichen aufzubauen und gleichzeitig den Unterricht selbstbewusst und professionell zu steuern?

In einem Vortrag stellt Maike Plath ihre Unterrichtserfahrungen mit der Status-Lehre von Keith Johnstone vor und zeigt in einem Workshop, wie man „spielerisch” differenziert und authentisch zugleich kommuniziert – und damit nachhaltig an natürlicher Autorität gewinnt. Vortrag und Workshop führen ein in das Mischpult-Prinzip von Maike Plath, ein Konzept, das über das Theater-spielen und -kreieren selbstbestimmte und individuelle Strategien Demokratischer Führung vermittelt und über den Theaterunterricht hinaus auf andere Kontexte und Themenfelder übertragbar ist.

Wie können wir Konflikte im Schulalltag lösen, die Schüler*innen für Unterrichtsinhalte motivieren und mit allen Beteiligten des Schullebens deeskalierend, freundlich und zielführend kommunizieren, und dabei gesund und optimistisch bleiben?

Maike Plath, Autorin, Theaterpädagogin und Lehrerin (1996-2013)
Als konstruktive Antwort auf ihre Erfahrungen als Lehrerin im Berliner Schulalltag entwickelte Plath nach ihrer 9-jährigen Tätigkeit an einer Berliner Brennpunktschule ihr partizipatives künstlerisches Konzept, das sogenannte Mischpultprinzip, das heute in insgesamt neun Publikationen vorliegt und über ACT e.V. bundesweit an Theaterpädagog*innen, Lehrkräfte und Kulturschaffende weitergegeben wird. Plath arbeitet als künstlerische Leiterin des Theater-Jugendclubs am Heimathafen Neukölln und leitet gemeinsam mit zwei Kolleginnen den Verein ACT e.V. Berlin. Rosa von Praunheim portraitierte ihre Arbeit 2017 im Kinofilm „Act! Wer bin ich?“.

www.maikeplath.de

Claudia Possekel

Erkennen von alltäglichen Selbstbildungsprozessen von Kindern. Die Bedeutung für die pädagogische Arbeit im Early Excellence Ansatz

Jedes Kind ist einzigartig und verdient eine exzellente Förderung. Beobachtungen von kindlichen Spielprozessen haben im Early Excellence Ansatz eine hohe Bedeutung und sind integraler Teil frühpädagogischer Praxis.

Dieser Workshop richtet sich vorrangig an pädagogische Fachkräfte in Kindertagesstätten. Anhand von Videosequenzen werden die Beobachtungssystematik und die Schlüsselbegriffe aus dem EE – Ansatz vermittelt. Welche Bedeutung haben die Beobachtung und das Verstehen von Momenten des vertieften Spiels für die pädagogische Praxis und die Begleitung von Kindern in ihren Spielprozessen? Wie trägt das Beobachtungsverfahren dazu bei, dass jedes Kind bestmöglich begleitet werden kann?

Claudia Possekel, Diplom Pädagogin und Early Excellence Beraterin, arbeitet im Fachbereich Jugend und Familie der Landeshauptstadt Hannover als Programmkoordinatorin für Familienzentren und hat praktische Erfahrungen in der Umsetzung des Early Excellence Ansatzes.

Dr. Claudia Raabe


Digitale Medien in KiTa und Schule – Sprachbildung mit Medien unterstützen

Kinder wachsen heute in einer mediatisierten Lebenswelt auf und machen immer früher erste Erfahrungen mit digitalen Medien. Hier benötigen sie aufmerksame Begleitung und kompetente Unterstützung durch Eltern und Erzieher*innen.

Kinder sind neugierig auf die Welt, auch auf die Medienwelt. Mediengeräte und -inhalte eignen sich daher hervorragend, um Lernprozesse anzuregen, zu begleiten und Kinder in der Auseinandersetzung mit der eigenen Lebenswelt kompetent zu begleiten.

Kinder mit Fluchterfahrung finden sich in einer fremden Umgebung und Kultur wieder. Sie sind verunsichert und reagieren oft verängstigt. Daher ist es wichtig, sie und ihre Familien dabei zu unterstützen, Vertrauen in sich und Zutrauen in ihre neue Umgebung zu finden, Kommunikationsanlässe zu schaffen und Kontakte zu ermöglichen. Wenn Worte fehlen, können Bilder helfen und eine Brücke für mehr Verständnis untereinander und miteinander sein.

In der KiTa und in der Schule können Kinder unterstützt werden, dem vielfältigen Medienangebot zu begegnen und lernen, Medien als Werkzeuge sinnvoll und kreativ zu nutzen. Kinder sind von Medien fasziniert und Medien bieten sehr gute Möglichkeiten, Themen aufzugreifen, Sprachanlässe zu schaffen und kreativ zu werden.

Medien als Brücke – Kinder durch Medienprojekte integrieren

Kinder, die aus ihrem Land fliehen mussten, finden sich in einer fremden Umgebung und Kultur wieder. In dieser Lebenssituation ist es wichtig, sie dabei zu unterstützen Selbstvertrauen aufzubauen und Zutrauen in ihr neues soziales Umfeld zu finden.

Mediengeräte – vom Fotoapparat bis zum Tablet – und Medieninhalte – von der Bilderbuch-Geschichte bis zum Trickfilm – eignen sich hervorragend, um Lern- und Sprachbildungsprozesse anzuregen, zu begleiten und Kinder in der Auseinandersetzung mit der eigenen Lebenswelt zu unterstützen. Kinder können lernen, Medien als Werkzeuge sinnvoll und kreativ zu nutzen.

Medienprojekte schaffen Kommunikationsanlässe und ermöglichen es Kindern, sich mit sich und anderen Menschen auseinanderzusetzen. Ob Hörgeschichten, Interviews, Ich-Bücher, Fotografien, ausgewählte Apps – Medien können Brücken bauen für mehr Verständnis untereinander und die Auseinandersetzung mit sich und der Umwelt positiv fördern.

Dr. Claudia Raabe, ist Pädagogin, 2. Vorsitzende und Referentin des Blickwechsel e.V.Verein für Medien- und Kulturpädagogik. Sie führt medienpraktische Projekte mit Kindern und Jugendlichen sowie Fortbildungen für pädagogische Fachkräfte und Medien-Elternabende durch.

www.blickwechsel.org

Susanne Rieks, Beate Hager

Bunt, flexibel und individuell – warum Vielfalt und Kindertagespflege gut zusammenpassen. (Vortrag)

Die Kindertagespflege zeichnet sich durch ein sehr individuelles und gleichzeitig auch vielfältiges Profil in der Art und den möglichen Formen aus und bietet allein schon dadurch einen idealen Rahmen für das Gestalten von bunter, flexibler und individueller Kinderbetreuung.

Dabei sind es nicht nur die kleinen Kindergruppen, die die Tagespflegepersonen unterstützen, um auf die vielfältigen Bedürfnisse der Kinder in besonderer Weise eingehen zu können. Was die Kindertagespflege noch auszeichnet und warum die Vielfalt des einzelnen Kindes, als auch die Vielfalt aller Kinder zusammen, so gut mit der Vielfalt der Kindertagespflege harmoniert, soll in einem bunten Vortrag ganz individuell gezeigt werden.

Susanne Rieks, Dipl. Sozialpädagogin, seit 2000 initiiert sie Projekte in der Kindertagespflege und macht sich für eine Professionalisierung dieses Bereiches stark. Seit 2005 eine von zwei Geschäftsführerinnen des Vereins Kindertagespflege Göttingen e.V. Der Verein arbeitet kommunal und niedersachsenweit für die qualitative Weiterentwicklung der Kindertagespflege.

Beate Hager, Erzieherin, Ergotherapeutin und Kindheitspädagogin (B.A.), langjährige Erfahrung mit Vielfalt und Individualität bei Kindern und in Familien durch die Tätigkeit als Ergotherapeutin in eigener Praxis und beim Paritätischen Wohlfahrtsverband. Seit 2015 Fachberaterin beim Verein Kindertagespflege Göttingen e.V.

Beatrix Schminke-Gebauer, Ute Wieder

Alles ist möglich – Collagen und Dreidimensionales (Workshop)

Erzieher*innen und Lehrer*innen sind in ihrem beruflichen Alltag ständig mit der Aufgabe konfrontiert, Vielfalt zu berücksichtigen. Oft erscheint dies unmöglich, doch häufig finden sie kreative Lösungen. Die künstlerische Auseinandersetzung gibt der Vielfalt eine Form. Wir wollen dieser Herausforderung mit gestalterischen Möglichkeiten Ausdruck verleihen.

Beatrix Schminke-Gebauer war Erzieherin und Heilpädagogin. Sie verfügt über langjährige Praxiserfahrung mit Kindern unterschiedlicher Altersstufen (Krippe, Kita, Hort, Grundschule, sowie in der integrativen Arbeit). Ihr Arbeitsschwerpunkt war künstlerisches Gestalten.

Ute Wieder, Diplom–Kunstpädagogin, Leitung von: MAL MIR MAL – Atelier im Paritätischen Kindergarten und KINDER+KUNST Galerie e.V., Atelier und Werkstatt, Göttingen. Seit 1991 in der beruflichen Aus- und Weiterbildung tätig.

Dipl. Psych. Ulrike Schneiberg, Moderation

Als Journalistin und ehemalige Redaktionsleiterin im Hörfunk interessieren mich Menschen, Themen, die ganze Welt. Als Psychologin und Therapeutin fasziniert mich unser Innenleben. Wie sind wir geprägt, was blockiert uns? Wo liegen unsere Entwicklungs- und Wachstumsmöglichkeiten, wie können wir sie fördern? Als Coach begleite ich Entwicklungen und Prozesse in beruflichen Zusammenhängen.

Um Verbindung geht es mir in allen meinen beruflichen Feldern. „Creating Connection“ mit sich selbst in der Einzeltherapie, zwischen den Partnern in der Paartherapie, zwischen äußeren Anforderungen und eigenen Wünschen und Möglichkeiten im beruflichen Coaching und in der Moderation zwischen Rednern und Präsentatoren und ihrem Publikum. Ich engagiere mich für eine Welt, in der Offenheit, Respekt und Toleranz vor Machterhalt und Machtgewinn stehen und in der Menschen bereit sind, nicht nur das eigene, sondern auch das Wohl der anderen in den Blick zu nehmen. Und Verantwortung für ihr eigenes Denken und Handeln zu tragen. Let’s connect!

Dr. Kirsten Schuchardt

Klassenklima fördern (Vortrag)

In den letzten Jahren ist die Zusammensetzung der Schülerschaft, u.a. durch die Schließung der Förderschulen sowie durch die ständige Zunahme von Kindern mit Migrationsgeschichte, immer heterogener geworden. Studien zeigen hierbei, dass allein durch das gemeinsames Unterrichten im Klassenverband nicht gewährleistet wird, dass alle Kinder auch automatisch in der Klasse sozial eingebunden sind. Den Lehrkräften kommt bei der Entwicklung des Klassenklimas eine ganz besondere Rolle zu. Im Vortrag sollen Maßnahmen der Klassenführung vorgestellt werden, wie die sozialen Beziehungen in der Klasse aktiv und positiv gestaltet werden können.

Dr. rer. nat. Kirsten Schuchardt ist Psychologische Psychotherapeutin und arbeitet als wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Psychologie der Universität Hildesheim. Ihre Forschungsschwerpunkte liegen in der kognitiven Entwicklung der frühen Kindheit sowie im Bereich Lern- und Aufmerksamkeitsschwierigkeiten. Darüber hinaus begleitet sie wissenschaftlich die Beratungslehrkraftweiterbildung sowie eine Weiterbildung für Klassenlehrkräfte zur Entwicklung eines positiven Klassenklimas (KIK), die durch die Schulpsychologie in Niedersachsen angeboten werden.

Dr. Anja Schultze-Krumbholz

Prävention von Cybermobbing in der Schule (Vortrag)

Cybermobbing findet statt, wenn Personen andere mittels digitaler Medien wiederholt und absichtlich beleidigen, bedrohen, belästigen oder demütigen. Dieses Verhalten hat für die Betroffenen teils schwerwiegende, mitunter auch nachhaltige Auswirkungen wie beispielsweise Verminderung des Selbstwertgefühls, vermehrte Angstsymptome und vermehrte depressive Symptome. Ursachen für das Verhalten finden sich in individuellen Merkmalen der Täter*innen, aber auch in Merkmalen des sozialen Umfelds, vor allem der Schule. Dennoch gibt es wenig gesichertes Wissen, wie Schulpersonal und Schulen effektiv gegen Cybermobbing intervenieren können. Erste Präventionsansätze existieren dagegen bereits.

Im Vortrag wird diskutiert, welche Rolle der Schule bei der Prävention von Cybermobbing zukommt und welche Präventionsansätze es bereits gibt. Vertiefend wird einer dieser Ansätze, das Medienhelden-Programm, vorgestellt.

Dr. Anja Schultze-Krumbolz forscht seit 2007 zum Thema Cybermobbing und schrieb ihre Dissertation zum Thema „Cyberbullying – Risiko- und Schutzfaktoren, Folgen und Prävention“. Seit 2016 ist sie wissenschaftliche Mitarbeiterin im Fachgebiet Pädagogische Psychologie der Technischen Universität Berlin, wo sie u.a. auch als Dozentin in der Lehrkräftebildung tätig ist. Das von ihr mitentwickelte Präventionsprogramm „Medienhelden“ wurde mit dem 2. Platz des European Crime Prevention Awards ausgezeichnet. Sie war und ist aktuell Mitglied nationaler und internationaler Expertenkommissionen zu Mobbing und Cybermobbing.

Jutta Sengpiel

Mobbingprävention an Niedersächsischen Schulen
Für eine Schulkultur der Achtsamkeit und Anerkennung
(Workshop)

Das Verhalten von Kindern und Jugendlichen in der Schule bedürfnisorientiert, kontextbezogen und diesem Sinne als Ausdruck gruppendynamischer Prozesse zu verstehen, ist eine wesentliche Voraussetzung für gelingende Mobbingprävention. Wertschätzende Beziehungen, Achtsamkeit im Umgang mich sich und anderen, die Schaffung von Selbstwirksamkeitskontexten für alle an Schule Tätigen müssen Grundlagen des pädagogischen Konsens der Schule sein.

Im Rahmen des Workshops möchte ich über praktische Übungen Mobbingsysteme erfahrbar machen, um auf dieser Grundlage wirksame Präventionsstrategien zu entwickeln. Die Teilnehmenden erhalten zudem Einblicke in das Qualifizierungsangebot „Mobbing-Interventions-Team in der Schule“.

Jutta Sengpiel, Systemische Supervisorin und Organisationsentwicklerin, Schulentwicklungsberaterin, Präventionsfachkraft Schnittstelle Jugendhilfe-Schule, Lehrerin. Mitautorin des Praxishandbuchs „Mobbing-Interventions-Team in der Schule“ Carl Link 2017, Mitherausgeberin „Großes Handbuch Schulkultur“, Carl Link 2018 und Autorin von Artikeln im Kontext Demokratischer Schulkultur, Schulentwicklung und Sozial-emotionalen Lernens in der Schule. Zurzeit tätig als Referentin für Gesundheitsförderung und Prävention im Niedersächsischen Kultusministerium.

Christine Stern, Alexandra Vanin

Stern, Vanin

„Wurzeln geben, Vielfalt leben“ – Inklusion in der Schule (Workshop)

Inklusiv zu denken bedeutet, jeden Menschen als besonderen Menschen wahrzunehmen.

Unsere Schule betrachten wir als Raum inklusiven Lebens und Lernens. Dabei legen wir Wert darauf, dass alle Beteiligten das Schulleben mitgestalten und mitbestimmen können. So erleben sich die Einzelnen in ihrer Selbstwirksamkeit und entwickeln ein gesundes Selbstwertgefühl. Damit werden Grundlagen geschaffen und Stärken erlangt, um sich Veränderungen, weiteren Herausforderungen und den Verantwortung des Lebens stellen zu können.

Wurzeln sind wichtig als Basis zur Entfaltung vielfältiger Fähigkeiten und einer starken Persönlichkeit. Heterogenität ist selbstverständlich und wird als Bereicherung gesehen und erlebt. Eine Pädagogik der Vielfalt macht gemeinsames und individuelles Lernen möglich.

In dem Workshop werden Einblicke in unser Konzept für ein vielfältiges und buntes Schulleben gegeben.

Christine Stern, geb. 1982, Grund-, Haupt- und Realschullehrerin, seit 2013 an der Otfried-Preußler-Schule, 2015-2017 Multiplikatorin für Inklusion an Grundschulen in Niedersachsen

Alexandra Vanin, Jahrgang ´74, lebt mit Partner und 5 Kindern in Hannover, So.-Päd. und Grund,- Haupt,-Realschullehrerin, seit 2003 Grundschullehrerin, Fachberatung bei der NLSch und ab 2014 Schulleitung der Otfried-Preußler–Schule

https://wordpress.nibis.de/opgs/

Fredrik Vahle


Fotograf: Paul Alexander Probst, EVOLAIR

Vom Zauberer mit dem Hexenschuss zu Ayşe und Jan – berührende Spiellieder und Kinderballaden (Workshop I)

Singen, sagen, sich bewegen als praktizierte Ganzheitlichkeit, hören, horchen und lauschen … Die Faszination von Kinderliedern in Rhythmus, Klang und der Entfaltung existentieller sozialer und geistiger Dimensionen hat immer etwas mit Berührung zu tun – leiblich und geistig. Gleichzeitig wird vor der Entwicklung einer „berührungslosen Gesellschaft“ (E. v. Thadden) gewarnt. Der Workshop versucht, diese Thematik in Reflexion und praktischen Beispielen und Übungen zu entfalten. Gerade auch für Grundschulkinder.

Tiger, Oma, Zauberhände (Workshop II)

Dieser Workshop behandelt Bewegungs- und Erzähllieder und Balladen, auch für Grundschulkinder. Es geht auf der einen Seite darum, das Ganze in Klang und Rhythmus umzusetzen, auf der anderen Seite aber auch darum, Kinder für Erzählstoffe zwischen Mythen und Märchen und begeistern, um Einblicke in die eigenen Lebensbahnen zu eröffnen. Erzählung, Klang und Stille werden dabei in unterschiedlichen Beispielen erprobt.

Fredrik Vahle ist Autor, Dozent, apl. Prof. für Sprache und Bewegung an der Uni Gießen und seit über vierzig Jahren einer der erfolgreichsten Kinderliedermacher im deutschsprachigen Raum. Sein Beschäftigungsschwerpunkt ist die Verbindung von Sprache, Musik und Bewegung.

www.fredrikvahle.de

Marc Wallert

Stark durch Krisen gehen

In unserer beschleunigten Welt wird es immer wichtiger, Krisen erfolgreich zu meistern. Dabei hilft die geheimnisvolle innere Widerstandskraft namens „Resilienz“ mit ihren Schutzfaktoren wie Akzeptanz und Optimismus. Je resilienter Menschen sind, desto leichter können sie Krisen bewältigen und nach Schicksalsschlägen wieder aufstehen.

Stark durch Krisen werden

Krisen sind nicht nur Hindernisse, die Menschen überwinden müssen, sondern meist auch Wachstumschancen. Doch die Kunst besteht darin, diese Chancen auch wirklich zu ergreifen. Und das geht nicht mit dem „Stehaufmännchen“-Prinzip „hinfallen, aufstehen, Krönchen richten und weitergehen“. Vielmehr geht es darum, gezielt aus Krisen zu lernen, neue Wege einzuschlagen und sich zu verändern.

Resilienz entwickeln

Resilienz ist eine Zukunftskompetenz in einer Welt des zunehmenden Wandels. Und diese Kompetenz lässt sich zumindest in einem gewissen Umfang trainieren.

Als Überlebender einer Entführung hat Marc Wallert am eigenen Leibe die Kraft der inneren Widerstandsfähigkeit namens „Resilienz“ erfahren. Mit 27 Jahren saß er als Geisel für 140 Tage im philippinischen Dschungel, verschleppt durch die islamistische Terrorgruppe Abu Sayyaf. Nun inspiriert er als Vortragsredner Menschen und Organisationen, wie sie Krisen meistern, aber vor allem auch an ihnen wachsen können. Er hat 17 Jahre lang für internationale Konzerne gearbeitet und lebt heute als Selbständiger und Familienvater in Göttingen.

www.marcwallert.com