Author Archives: goekeb

Elisabeth Raffauf

Fotografin: Tina Niedecken

„Warum gibt es Krieg? Und wann ist endlich wieder Frieden?“ – Mit Kindern über den Krieg sprechen

Am liebsten möchten wir sie weghalten, die Kinder, von den schlimmen Nachrichten. „Es ist alles gut“, „ist nicht so schlimm“. Damit möchten wir sie gern beruhigen. Und uns vielleicht auch ein bisschen. Aber ist das wirklich eine gute Idee? Kehrt dann wirklich Ruhe ein?

Die Erfahrung ist: Kinder haben gute Antennen. Sie spüren, was ist und sie brauchen Worte für das was ist. – Wie können wir mit ihnen sprechen, ohne sie zu ängstigen und ohne unsere Ängste auf sie zu übertragen?

Fragen rund um das Thema „Mit Kindern über den Krieg, über Terror und Gewalt sprechen“ möchten wir in der Talk-Runde aufgreifen und nach Antworten suchen.

Elisabeth Raffauf ist Diplom-Psychologin. Sie arbeitet in freier Praxis in Köln. An einer Erziehungsberatungsstelle leitet sie Gruppen für Eltern Jugendlicher und Gruppen für junge Mädchen. Für das Kinderradio des WDR hat sie die Aufklärungsreihe „Herzfunk“ mit entwickelt. Als Autorin und Expertin im Studio ist sie u.a. für den WDR und für die Kindernachrichtensendung „logo“ tätig. Sie hat Erziehungsratgeber und Aufklärungsbücher geschrieben. (Aktuelle Veröffentlichung „Erzieht uns einfach – Was Kinder und Jugendliche von ihren Eltern brauchen“)

www.elisabethraffauf.de

Christoph Moormann

Ein Baby als Lehrer für die „Großen“?! – Ein Baby als kleinster Friedensstifter (Vortrag)

Im Vortrag wird das Präventionsmodell Babywatching – B.A.S.E.® – vorgestellt. (B.A.S.E.® steht für Babybeobachtung gegen Aggression und Angst für Sensitivität und für Empathie).

Das B.A.S.E.® geht zurück auf den amerikanischen Kinderpsychiater und Aggressionsforscher Henri Parens. Der Münchener Bindungsforscher Prof. Dr. Karl Heinz Brisch hat es methodisch als Schulungsprogramm für Deutschland entwickelt.

Bundesweit gibt es schon zahlreiche Einrichtungen, die das Programm erfolgreich anwenden. Studien und Beobachtungen zeigen, dass die Kinder ihre Fähigkeiten auch auf alltägliche Situationen in ihrem sozialen Umfeld übertragen. Sie verhalten sich nachweislich in unterschiedlichen Lebenssituationen feinfühliger, sozialer und weniger ängstlich. Sie zeigen deutlich weniger destruktive Aggressionen.

Christoph Moormann ist Diplom Theologe; Gestalt Counselor IHP; Ehe,-Familien, -und Lebensberater Kath. BAG Beratung e.V.; seit 25 Jahren tätig als Schulseelsorger in unterschiedlichen Städten, seit 12 Jahren zuständig als Stadtschulseelsorger für alle weiterführende Schulen in Ibbenbüren in der Begleitung der Lehrer*innen und Schüler*nnen; SAFE®– Mentor; Vatertrainer „Fit für den Start“ und seit 11 Jahren tätig als B.A.S.E.® – Babywatching Trainer in der Ausbildung der Erzieher*innen, Sozialpädagogen*innen, Lehrer*nnen, Psychologen*innen, Heilerziehungspfleger*innen verbunden mit unterschiedlichen Zusammenarbeiten mit dem ZDF, NDR, WDR, RTL-Nord und verschiedenen Radiosendern

Susanne Viernickel


Fotograf: Michel Buchmann

Am Limit. Wie unzureichende Rahmenbedingungen in der Kindertagesbetreuung kindliches Wohlbefinden und frühe Bildung gefährden (Vortrag)

In Deutschland besuchen 95 Prozent aller Kinder vor Schuleintritt eine Kindertageseinrichtung. Das Wissen um die lebenslang wirksame Bedeutsamkeit von Erfahrungen, die Kinder in ihren ersten Lebensjahren machen, ist gesellschaftlich breit verankert. Dennoch schafft es Politik nicht, die Rahmenbedingungen für eine hohe Bildungsqualität im System der frühen Bildung und Erziehung abzusichern. Der Fachkräftemangel in Verbindung mit den angesichts der krisenhaften Ereignisse der letzten Jahre immer komplexer werdenden Anforderungen bringen das System in eine noch stärkere Schieflage. Was bedeutet das für die Kinder, Familien und pädagogischen Fachkräfte? Und könnte ein bundesweites Kita-Qualitätsgesetz hier Abhilfe schaffen?

Susanne Viernickel ist Diplom-Pädagogin und Professorin für Pädagogik der frühen Kindheit an der Universität Leipzig. Dort leitet sie den Masterstudiengang „Professionalisierung frühkindlicher Bildung“ und ist Direktorin der wissenschaftlichen Einrichtung „Lehr- und Forschungskindertagesstätte“ der Erziehungswissenschaftlichen Fakultät. Ihre wissenschaftlichen Schwerpunkte in Forschung, Lehre und Wissenschaft-Praxis-Transfer sind frühe Bildungsprozesse, Qualität, Qualitätsentwicklung und integrierte Bildungs- und Gesundheitsförderung in Institutionen der Kindheitspädagogik sowie Professionalisierung kindheitspädagogischer Fachkräfte. Aktuell forscht sie zu Einflüssen auf das Wohlbefinden von Krippenkindern und im Übergang Kindergarten-Grundschule. Ehrenamtlich engagiert sich Susanne Viernickel u.a. im Vorstand der Deutschen Liga für das Kind, im Aufsichtsrat der FRÖBEL Bildung und Erziehung gGmbH und als Mitherausgeberin der wissenschaftlichen Fachzeitschrift Frühe Bildung. Susanne Viernickel ist verheiratet und hat zwei erwachsene Söhne.

Tebogo Nimindé-Dundadengar & Olaolu Fajembola

Nimindé-Dundadengar / Fajembola

Diversität, vorurteilskritischeund diversitätssensible Pädagogik, Vielfalt im Kinderzimmer, Antirassistische Erziehung (Vortrag)

Kein Kind wir als Rassist*in geboren. Trotzdem machen Kinder bereits im Kita und Grundschulalter erste Rassismuserfahrungen. In unserer Institution hat Rassismus keinen Platz- darin sind sich fast alle einig. Doch wie gelingt es, Vorurteile in der Erziehung aktiv anzugehen oder gar nicht erst entstehen zu lassen? Mit unserer Arbeit ermutigen wir Erwachsene sich dem Thema Antirassistische Erziehung ganzheitlich zu widmen. Neben der Selbstreflexion, detailliertem Wissen darüber, was Rassismus eigentlich genau ist geben wir hierbei auch konkrete Beispiele aus dem kindlichen Alltag.

Tebogo Nimindé-Dundadengar ist Psychologin, Autorin und Co-Gründerin des preisgekrönten Onlineportals Tebalou für vielfältige Kinderbücher und Spielzeug. Nach langjähriger Erfahrung in der politischen Bildung im Bereich Antirassismus bietet sie nun Seminare- und Vorträge im Bereich diversitätssensible Pädagogik. 2021 hat sie gemeinsam mit ihrer Geschäftspartnerin Olaolu Fajembola ihr erstes gemeinsames Buch „Gib mir mal die Hautfarbe – Mit Kindern über Rassismus sprechen” veröffentlicht.

Olaolu Fajembola ist Kulturwissenschaftlerin, Autorin und Co-Gründerin des preisgekrönten Onlineportals Tebalou für vielfältige Kinderbücher und Spielzeug. Nach langjähriger Erfahrung als Projektleiterin bei unterschiedlichen Kulturprojekten, u.a. der Berlinale bietet sie nun Seminare- und Vorträge im Bereich diversitätssensible Pädagogik. 2021 hat sie gemeinsam mit ihrer Geschäftspartnerin Olaolu Fajembola ihr erstes gemeinsames Buch „Gib mir mal die Hautfarbe – Mit Kindern über Rassismus sprechen veröffentlicht.

Marina Weisband

(C) Tibor Bozi

Perspektiven der Hoffnung in einer bedrohlichen Weltsituation – Politische, psychologische und soziologische Aspekte (Vortrag/digital)

Wer von uns weiß schon, wie unsere Welt im November 2022 aussehen wird?

Genauso wenig ahnte man im November 2013, zu welchen Konsequenzen die Demonstrationen auf dem Maidan führen würden. In Erinnerung geblieben sind die Prügelszenen der Polizei und die Todesschüsse als Ausdruck einer demokratiefeindlichen Haltung.

In Erinnerung geblieben ist aber auch der Beginn einer demokratischen Entwicklung.

In diesem Zusammenhang betont die Referentin die Bedeutung von individueller Selbstwirksamkeit und gemeinschaftlicher Stärke, die ihrem Wesen nach ansteckend und identitätsstiftend sind.

Damit ist eine Dynamik beschrieben, die radikal mit einer Untertanenmentalität aufräumt.

Es öffnet sich eine Tür zur Gestaltung der eigenen Zukunft. Der Mensch ist nicht mehr nur Konsument, sondern kann zum Gestalter seiner eigenen Welt werden. Damit verbunden ist eine Verantwortungsübernahme für sich und andere, die gekennzeichnet ist durch Empathie und Wertschätzung sowie der Wahrnehmung von Unterschiedlichkeit als Bereicherung.

In diesem Zusammenhang stellt die Referentin Fragen nach der Bedeutung digitaler Medien in Erziehungsprozessen. Es werden Abgründe aufgezeigt, die durch das Netz wabern; es wird aber vor allem herausgearbeitet, wie bereits in Kita und Schule digitale Inhalte genutzt werden können, um im analogen Umgang miteinander eine neue Gestaltungskraft zu entfalten. Es geht um Demokratiebildung von Anfang an.

Marina Weisband, geboren 1987 in der Ukraine, ist Diplompsychologin und Expertin für digitale Partizipation und Bildung. Von 2011 bis 2012 war sie politische Geschäftsführerin der Piratenpartei Deutschland, wo sie für die Meinungsbildung innerhalb der Partei und für die Repräsentation nach außen zuständig war. Heute engagiert sie sich bei den Grünen in den Themenbereichen Digitalisierung und Bildung. In ihrem Buch „Wir nennen es Politik“ (2013 erschienen im Tropen-Verlag) schildert sie für Politik-Neueinsteiger die Möglichkeiten neuer demokratischer Formen durch Nutzung des Internets. Seit 2014 leitet sie bei politik-digital e.V. das Projekt aula – ein Konzept zur politischen Bildung und liquid-demokratischen Beteiligung von Jugendlichen an den Regeln und Angelegenheiten ihrer Schulen und außerschulischen Organisationen (www.aula.de .) Darüber hinaus hat sie eine regelmäßige Radiokolumne beim Deutschlandfunk und ist Co-Vorsitzende bei D64 e.V., dem Zentrum für digitalen Fortschritt.

Agnes Giese & Julius Brockmann

Giese, Brockmann

Die „Weitblicker“ gestalten zu Beginn des Kongresses einen theatralen walkact in vergnüglicher Freundlichkeit. Sie beschäftigen sich mit Willkommen heißen, Begrüßen und Orientierungsangeboten in Raum und Zeit. Lassen Sie sich überraschen: Die „Weitblicker“ sind eine Gruppe von Schüler*innen der Schauspielschule Kassel unter der Leitung von Agnes Giese und Julius Brockmann.

Agnes Giese ist Schauspielerin, Dozentin an der Schauspielschule und Theaterclubleiterin. Seit 27 Jahren gehört sie dem Ensemble des Jungen Theaters Göttingen an. Dort leitete sie über 20 Jahre den JT-Jugendclub. Sie entwickelt Theaterprojekte an einer Göttinger Schule, gibt Workshops und unterrichtet Szenen/Projektstudium an der Schauspielschule Kassel. Ihr Beschäftigungsschwerpunkt ist neben dem aktiven Spielen auf der Bühne die Entwicklung von theatralen Projekten mit Jugendlichen und jungen Erwachsenen.

Julius Brockmann studiert „Darstellendes Spiel“ und „Medienwissenschaften“ an der Hochschule für Bildende Künste Braunschweig sowie der ZHdK Zürich. Neben seiner Arbeit als Theaterpädagoge am FELD Theater Berlin ist er mit dem Kollektiv „cindy+cate“ in der freien Theaterszene in Niedersachen tätig

Nicole Strüber

Kind sein in unsicheren Zeiten: Was zeigt uns die Hirnforschung? (Vortrag)

Kinder brauchen Sicherheit. Ein stressarmes Leben mit sich einfühlenden und zuverlässig verfügbaren Bindungspersonen. Die Gegenwart ist jedoch von Unsicherheit gezeichnet. Erst die Pandemie, nun der Krieg. Wird diese Zeit Spuren in den Gehirnen und hiermit der Psyche der heute aufwachsenden Kinder hinterlassen? Und worauf kommt es an, wenn wir sie vor den Folgen schützen wollen?

In diesem Vortrag wird mit dem Blick der Hirnforschung hergeleitet, dass Kinder bzw. ihre Gehirne in diesen unsicheren Zeiten umso mehr Bindung und liebevolle Begleitung benötigen, um stressfrei und angstfrei lernen zu können, über ihre eigene emotionale Welt, ihre soziale Welt und all die Zusammenhänge dieser Welt, und um so eine gesunde Psyche zu entwickeln. Bedürfnisse nach Miteinander und selbstbestimmtem Spiel sollten deshalb Priorität vor einem überwiegenden Fokus auf die frontale Vermittlung von Lerninhalten haben.

Dr. Nicole Strüber ist Mutter von Zwillingen und promovierte nach einer längeren Kinderpause mit einer interdisziplinären Arbeit über die Bedeutung früher Erfahrungen für die Hirnentwicklung. Sie unterrichtet als Hochschullehrerin in einem Studiengang für Hebammen und ist außerdem freiberuflich als Autorin, Speakerin und Fortbildnerin tätig. Sie veröffentlichte gemeinsam mit Gerhard Roth das erfolgreiche Sachbuch „Wie das Gehirn die Seele macht“ sowie die Bücher „Erste Bindung. Wie Eltern die Entwicklung des kindlichen Gehirns prägen“, „Risiko Kindheit. Die Entwicklung des Gehirns verstehen und Resilienz fördern“ und „Coronakids. Was wir jetzt tun müssen, um unsere Kinder vor den seelischen Folgen der Pandemie zu schützen“.

Kirsten Rickmann

Wie wir uns bewegen, so sind wir (Workshop)

Jeder Mensch hat von Geburt an einen angeborenen Bewegungsantrieb, den er im Laufe seines Lebens ausdifferenziert und weiterentwickelt. Er lernt sich durch Bewegung im Raum zu orientieren als auch die verschiedenen Richtungen und Ebenen (tiefe, mittlere, hohe Ebene) im Raum zu (be-) nutzen. Mit dem Einsatz von Kraft in seinen Bewegungen lernt er zu spielen sowie durch langsame Bewegungen die Zeit zu erspüren oder durch schnelle (schnelllebige) Bewegungen sie zu durchbrechen.

Aus diesen polarisierenden Elementen setzt sich unser (Bewegungs-) Kerntemperamt zusammen. Umso reichhaltiger unser Bewegungsrepertoire ist, desto vielseitiger, kreativer und innovativer können wir unser Leben meistern. Denn wie wir uns bewegen, so sind wir. Kenntnisse über Bewegungsanalyse und Bewegungsentwicklung helfen uns, sowohl das Verhalten von Kindern besser zu verstehen, als auch gezielte Bewegungsangebote zu gestalten, um das Bewegungsrepertoire von Kindern zu erweitern.

Im Workshop werden wir gemeinsam grundlegende Elemente menschlicher Bewegung ertanzen und dabei unser eigenes (Bewegungs-) Kerntemperament kennen lernen.

Kirsten Rickmann, Jg. 1960 Studium Lehramt, Tanz- und Ausdruckstherapeutin, Counselor, Supervisorin, seit über 30 Jahren Pädagogische Leiterin Kinderhaus e.V., seit über 20 Jahren Geschäftsführerin VFFB e.V., Fortbildnerin für Gewaltfreie Kommunikation und Kestenberg Movement Profile

Hermann Veith

Demokratielernen – von Anfang an! (Vortrag)

Überfordert man Kinder nicht, wenn man mit Demokratiebildung bereits in Kindertageseinrichtungen beginnt, so wie es inzwischen vielerorts geschieht? Genügt es nicht, sich in der Schule politisch zu bilden? Warum soll man schon im Kleinkindalter lernen, demokratisch zu handeln? Umgekehrt spricht nichts dagegen, Kinder bei Fragen, die ihr gemeinsames Miteinander betreffen, kindgerecht und entwicklungsadäquat zu beteiligen – ihnen also Gelegenheiten zu Rollen- und Verantwortungsübernahmen zu geben, die gemeinschaftliche Entscheidungsprozesse einschließen. Solche Gelegenheiten können gerade Kindertageseinrichtungen bieten, wenn man sie als pädagogische Orte für praktisches Demokratielernen konzipiert und ausgestaltet. Auch Demokratiekompetenz muss sich schließlich entwickeln. Die damit verbundene pädagogische Aufgabe ist jedoch herausfordernd. Denn die Beteiligung von Kindern an demokratischen Praktiken erzeugt bisweilen auch Probleme und Konflikte, die nicht immer von den Kindern selbst gelöst oder geklärt werden können. Gerade deshalb müssen pädagogische Fachkräfte die demokratischen Praktiken der Kinder vorausschauend und mit professioneller Responsivität begleiten. Im Vortrag will ich begründen, warum Demokratielernen von Anfang möglich ist und wie Demokratielernen die soziale und moralische Kompetenzentwicklung fördert.

Prof. Dr. Hermann Veith ist Professor für Pädagogik mit dem Schwerpunkt Sozialisationsforschung an der Georg-August-Universität Göttingen. Er beschäftigt sich mit den Themen „Sozialisation und Kompetenzentwicklung“, „Demokratiebildung und Demokratiekompetenz“. Er leitet das Netzwerk Lehrkräftefortbildung der Georg-August-Universität Göttingen und ist Vorsitzender des Trägervereins des Bundeswettbewerbs „Demokratisch Handeln“.

Ulrike Wolpers

Sicherer Umgang unserer Kinder mit Computerspielen (Vortrag)

In meinem Vortrag berichte ich als dreifache Mutter von eigenen Erfahrung, wie wir die Online-Computerspielsucht unseres damals erst elf Jahren alten Sohnes mitten in der Corona-Pandemie mit ihren hohen Onlinezeiten infolge des Homeschoolings überwunden haben. Es ist mir wichtig, dass Eltern auch im Digitalen ihrem Erziehungs- und Schutzauftrag nachkommen und hinschauen, was ihre Kinder im Internet suchen und vielleicht im analogen Alltag nicht finden. Zugleich räume ich als Wissenschaftsjournalistin mit weitverbreiteten Mythen zum Medienkonsum unserer Kinder auf und mache deutlich, was Eltern (und Familien) gewinnen, wenn sie sich Zeit für den Erwerb eigener Medienkompetenz nehmen. Ich möchte darstellen, wie ein vertrauensvoller und sicherer Umgang unserer Kinder mit Computerspielen möglich ist.

Ulrike Wolpers, Diplom–Biologin, MSc Science Communication, ARD-Multimedia-Redakteurin, arbeitet seit über 25 Jahren vor allem in internationalen Projekten als Wissenschaftsjournalistin, Moderatorin und Beraterin im Bereich Wissenschaftskommunikation und Forschungsmarketing im öffentlichen Sektor. Ihr Buch „Mein fremdes Kind“ ist im Benevento Verlag erschienen (ISBN: 978-3-7109-01256).

Karl Heinz Brisch

Bindung, Vertrauen und Selbstwirksamkeit in Zeiten individueller und globaler Krisen (Vortrag)

Die Entwicklung einer sicheren emotionalen Bindung eines Kindes an seine Eltern wird heute als ein bedeutender Schutzfaktor in der kindlichen Entwicklung betrachtet.

Bindungssichere Kinder haben ein grundlegendes Gefühl von Ur-Vertrauen verinnerlicht, von dem aus sie selbstwirksam und neugierig die Welt erkunden können.

In Zeiten von äußerer und innerer Bedrohung, wenn Kampf und Flucht nicht mehr möglich sind, unterstützt uns unser angeborenes Bindungssystem. Wir durchleben gerade eine solche Zeit, in der die “Krise” zum Dauerzustand wird. Was passiert, z. B. wenn wir mit der Bedrohung durch einen unsichtbaren „Virus-Feind“ konfrontiert sind, den wir individuell weder bekämpfen, noch vor ihm fliehen können, weil er inzwischen weltweit vorkommt und nicht wieder verschwinden wird? Was passiert mit uns und unserer Suche nach Bindungssicherheit, wenn wir von Krieg, Flucht, Vertreibung bedroht sind und unsere individuelle und unsere globale Sicherheit in Familien und Gesellschaften gefährdet sind?

Welche psychischen Krisen werden hierdurch bei Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen, Paaren und Familien ausgelöst? Gibt es Lösungsmöglichkeiten?

Karl Heinz Brisch, Univ.-Prof. an der Paracelsus Medizinische Privatuniversität (PMU) in Salzburg, Dr. med. habil., ist Facharzt für Kinder- und Jugendpsychiatrie und Psychotherapeutische Medizin, Psychiatrie und Psychotherapeutische Medizin, Neurologie. Psychoanalytiker. Ausbildung in spezieller Psychotraumatologie für Kinder, Jugendliche und Erwachsene. Er war Vorstand des weltweit ersten Lehrstuhls für Early Life Care und leitete das gleichnamige Forschungsinstitut an der PMU in Salzburg. Ebenso leitete er die Abteilung für Pädiatrische Psychosomatik und Psychotherapie am Dr. von Haunerschen Kinderspital der Universität München. Seine klinische Tätigkeit und sein Forschungsschwerpunkt umfassen den Bereich der frühkindlichen Entwicklung und der Psychotherapie von bindungstraumatisierten Menschen in allen Altersgruppen. Brisch entwickelte die Präventionsprogramme “SAFE® – Sichere Ausbildung für Eltern” und “B.A.S.E® – Babywatching”. Er ist Gründungsmitglied der Gesellschaft für Seelische Gesundheit in der Frühen Kindheit (GAIMH) und war dort viele Jahre lang im Vorstand. Seit 2000 organisiert er die renommierte Internationale Bindungskonferenz. Er ist Autor vieler Fachartikel und Bücher zum Thema Bindung und Trauma sowie bindungsbasierter Psychotherapie (www.khbrisch.de).

Dr. med. Dagmar Weise

Kindeswohlgefährdung und die Aufgaben des medizinischen Kinderschutzes (Vortrag)

Kindesmisshandlung ist die gravierendste Form der Kindeswohlgefährdung und stellt einen traurigen Gegenpol zur selbstverständlich geforderten Wertschätzung von Kindern dar.

In diesem Vortrag werden die Definition und die Formen der Kindesmisshandlung erörtert. Wie häufig kommt dies vor und wie können wir es frühzeitiger erkennen? Ausführlich wird hierzu die Kinderschutzarbeit in der Medizin beschrieben, welche jedoch nur durch eine gute Kooperation mit engagierten Akteuren in den Kindertagesstätten, Bildungseinrichtungen und Behörden zu einem guten Ergebnis führen kann.

Felix Gaudo

Gemeinsam lachen – Grundlage für Bindung, Begeisterung & Selbstbewusstsein (Vortrag)

Humor ist unser sozialer Klebstoff. Er schafft Vertrauen und Verbindung. Ob im Umgang mit Kolleg:innen und Kindern oder im Austausch mit den Eltern: Humor beschleunigt Kommunikation und Vertrauensbildung und ist die soziale Kompetenz die Resilienz fördert. Schon kleine Veränderungen können viel bewirken auch in der Elternarbeit: als Mittel zur Deeskalation in schwierigen Gesprächen und als Präsentationsmittel beim Elternabend.

Gelassen bleiben – Stressbewältigung & Kommunikation mit Humor (Workshop)

Wer sich momentan überfordert fühlt, ist nicht allein. Schwierige Zeiten verändern unsere Arbeit und unser Leben, denn die Herausforderungen erzeugen neue gesundheitliche Stressfolgen. Studien belegen, dass Menschen, die täglich viel lachen und eine humorvolle Einstellung pflegen, resistenter gegen negativen Stress sind. Humor ist das wirksamste natürliche Mittel für gutes Selbstmanagement und es ist keinesfalls nur eine Begabung, sondern eine Kompetenz, die gepflegt werden will.

Humorvolle Menschen sind leistungsfähiger, flexibler, kontaktfreudiger und gesünder- das ist wissenschaftlich erwiesen. Humorvolle Pädagog*innen und Erzieher*innen genießen große Akzeptanz und die gute Nachricht ist: Humor ist für alle trainierbar!

Felix Gaudo studierte Lehramt an der FU-Berlin und Schauspiel an der Freien Kleintheaterschule, Stuttgart. Seit 30 Jahren steht er auf den Bühnen als Moderator und Clown. Als Humor-Experte arbeitet er für Unternehmen, in der Pädagogik und zusammen mit seinem Freund Eckart von Hirschhausen im Gesundheitswesen. Außerdem arbeitet er nebenberuflich als Klinikclown und ist Vorstandsmitglied der CLOWN-DOKTOREN. Zusammen mit seiner Frau hat er das Buch „Lachend Lernen – Humortechniken für den Unterricht“ geschrieben (Beltz).

Fredrik Vahle


Fotograf: Paul Alexander Probst, EVOLAIR

Ayşe, Jan und der Friedensmaler – Kinder in Zeiten der Digitalisierung durch Rhythmus, Musik und Wort innerlich stärken (Workshop)

Innere Stärke von Kindern ist in ihrer Essenz verbunden mit innerlich geleiteter, eigenbestimmter leiblicher und geistiger Beweglichkeit. Bewegungslust, Sprachvergnügen und Denkfreude in Verbindung mit freiem musikalischem Ausdruck spielen da ineinander und stellen immer wieder eine täglich nutzbare Ermutigung dar. Kinderlieder zu Themen wie interkulturelle und generationenübergreifende Empathie – aber auch zu Stille und Tod – nehmen zudem auch wichtige, oft unbeachtete Bedürfnisse, auf. Die weite Lebenswelt von Kindern kann in Liedern widergespiegelt und im gemeinsamen Singen und Bewegen in einen integralen Prozess gebracht werden.

Ganzheitliches Lernen auf körperlicher und geistiger Ebene (Workshop)

In der Begleitung von Kindern in Zeiten lokaler und globaler Krisen, in denen Kinder zusätzlich durch Angsterzeugung und Manipulation negativ beeinflusst werden, ist achtsames Wahrnehmen und Agieren im Rahmen einer Motorik der Verbundenheit besonders wichtig. In diesem Workshop wird das notwendige Zusammenspiel von Musik, Sprache und Bewegung mit Liedern und Übungen erarbeitet. Körperhaltung, Gebärden, Gesten, Rituale, bewegliche Denk- und Sichtweisen, angstlösende innere Bilder können sich in gegenseitiger Resonanz entwickeln. Dabei ist das eigene Erfahren bereichernd und eine wichtige Voraussetzung, um dieses Erleben an Kinder weitergeben zu können.

Fredrik Vahle ist Autor, Dozent, apl. Prof. für Sprache und Bewegung an der Uni Gießen und seit über vierzig Jahren einer der erfolgreichsten Kinderliedermacher im deutschsprachigen Raum. Sein Beschäftigungsschwerpunkt ist die Verbindung von Sprache, Musik und Bewegung.

www.fredrikvahle.de

Ute Wiese-Hast

Kinder schützen – ohne ihnen Angst zu machen (Vortrag)

Sexueller Missbrauch von Kindern, sexuelle Übergriffe unter Kindern, Gefährdung durch Handy oder Internet sind Themen, die viele Eltern und Pädagog*innen verunsichern. Mit dem Präventionsprojekt „Ziggy zeigt Zähne“ möchte die pro familia Beratungsstelle Göttingen einen professionellen Beitrag zur Qualifizierung von Pädagog*innen und Eltern leisten. Es geht um Aufklärung und Stärkung der Kinder. Im Rahmen eines Projekttages können die Kinder Wissen und Kompetenzen erwerben, die sie ermutigen, sich gegen sexuelle Übergriffe und Grenzverletzungen zu wehren oder sich Hilfe zu holen.

Ute Wiese-Hast, Dipl. Sozialpäd./Sozialarbeiterin, Paar-, Einzel- und Sexualberaterin, Online-Beraterin. Sie arbeitet seit über 20 Jahren bei pro familia Niedersachsen in der Beratungsstelle Göttingen/Northeim. Schwerpunkte ihrer Arbeit: Präventionsarbeit mit Kindern und Jugendlichen; Beratung von Schwangeren; sexuelle Bildungsarbeit mit Gruppen; Fortbildung für Mulitplikator*innen und Teams.

Laura & Ute Wieder

Laura Wieder / Ute Wieder

Dinge finden, untersuchen, verändern, verknüpfen, umdeuten, neu erfinden, aufreihen…

„Die ganze Welt ist voll von Sachen, und es ist nötig, dass jemand sie findet.“ (Astrid Lindgren)

Wir sind mit Alltagsdingen umgeben, die auf unterschiedliche Art und Weise immer auf uns wirken. Kinder erproben und erforschen die sie umgebenen Dinge nicht nur um ihrer Funktion willen, sondern zugleich lustvoll kreativ, um sich eigene Welten zu er schaffen.

In Auseinandersetzung mit den (kleinen) Dingen erfahren wir alle nicht nur etwas über diese, sie lösen auch etwas in uns aus, dass in Sprache, Sinngebung und Beziehung münden kann.

Der Workshop möchte Anregung geben, die Offenheit des Materials und das Vorhandensein von vielen kleinen Dingen gestalterisch für sich und die pädagogische Arbeit mit den Kindern zu nutzen um Fragen zu stellen, Gestaltungslösungen zu finden und den eigenen Ideen nachzugehen.

Ute Wieder, Diplom–Kunstpädagogin, Seit 1991 in der beruflichen Aus- und Weiterbildung als Fortbildnerin, Fachberaterin und nifbe Prozessbegleiterin tätig.Schwerpunkte der Arbeit sind u.a. ästhetische Bildung, Projektarbeit, Partizipation

Laura Wieder, M.A. Erziehungswissenschaft – Innovation und Management im Bildungswesen, Leitung Naturkindergarten Ulmenstraße Rosdorf, Kunst- und Gestaltungstherapeutin

Dipl. Psych. Ulrike Schneiberg, Moderation

Wertschätzung ist die Grundhaltung in allen meinen beruflichen Feldern: als Therapeutin, Moderatorin und Coach. Für die Entwicklung einer wertschätzenden Haltung ist es wichtig, gut mit sich selbst und seiner Umwelt verbunden zu sein.

Mein Anliegen ist es, diese Verbindung zu stärken: „Creating Connection“ mit sich selbst in der Einzeltherapie, zwischen Partnern in der Paartherapie, zwischen äusseren Anforderungen und eigenen Wünschen und Möglichkeiten im beruflichen Coaching und zwischen Rednern und Präsentatoren und ihrem Publikum in der Moderation.

Katja Saumweber

Positiv auf Kinder, Familien, Kolleg*innen und sich selbst blicken (Vortrag und Workshop)

Die Philosophie des Early Excellence-Ansatzes ist der Nährboden für eine Kultur der Wertschätzung und Achtsamkeit. Im Laufe meiner biografischen Entwicklung ist mir sehr deutlicher geworden, wie wichtig ein Klima der Anerkennung und Wertschätzung für das innere Wachstum eines Menschen ist. Der Early Excellence-Ansatz gibt vor allem auch Antworten darauf, wie sich das berufliche Klima, z.B. in einer Kita, positiv gestalten lässt. Im Vortrag möchte ich von diesen Erfahrungen berichten und die drei Grundfeiler des Ansatzes darstellen

In einem Workshop werde ich überwiegend mit Geschichten aus meiner Praxis einige Kernelementen des Ansatzes vertiefen. Dort sollen vor allem auch die vielen Fragen, die sich bei der praktischen Umsetzung ergeben diskutiert werden. Hier kommen die Erfahrungen der Teilnehmer*innen zu Wort.

Katja Saumweber, geb. in Bayern, Dipl. Sozialpädagogin. Master of Philosophie (MPH), Early Excellence-Berater*in, Marte Meo Kollegen Trainer*in, studierte in Bayern und Neuseeland, 14 Jahre Fachberatung für KiTas, seit 7 Jahren Mitarbeitende der Heinz und Heide Dürr Stiftung.

Michael Lichtblau

Kinder im Aufwind – Interessen beobachten und fördern (Vortrag)

Jede*r von uns kennt Kinder, die schon früh durch intensive Interessen auffallen. Zum Beispiel Kinder, die (fast) alles über Dinosaurier wissen oder im kreativen Bereich wahre Wunder vollbringen. Unter Entwicklungsperspektive ist das sehr vorteilhaft und Studien belegen den hohen Einfluss von Interessen auf die erfolgreiche Entwicklung von Kindern. In der (früh-)pädagogischen Praxis sind kindliche Interessen daher ein hervorragender Ansatzpunkt für eine wertschätzende und ressourcenorientierte Förderung, die ganz im Sinne des Kongressthemas eine „Dynamik von Selbstwirksamkeit und Resonanz“ herstellt. Der Vortrag führt in die Welt der kindlichen Interessen ein und zeigt Fallbeispiele aus einem Forschungsprojekt.

Kinder im Aufwind – Kognitiv aktivierende Förderung auf Basis kindlicher Interessen (Workshop)

Der Workshop baut auf den Inhalten des Vortrags auf und führt nun in Perspektiven der Förderung ein. Unterstützt durch Input des Referenten werden verschiedene kognitiv aktivierende Förderstrategien reflektiert, die ressourcenorientiert an den Interessen der Kinder ansetzen. Im Zentrum steht hier also die alltagsintegrierte Interaktion zwischen Fachkraft und Kind.

Dr. Michael Lichtblau ist Psychologe und Tischler und seit 2008 an der Leibniz Universität Hannover am Institut für Sonderpädagogik tätig. Er beschäftigt sich dort mit den Themen „Kindliche Interessenentwicklung“, „Transition Kita-Schule“, „Inklusion in Kita und Schule“, „Ressourcenorientierte Beobachtung und Förderung“ und „Kognitiv aktivierende Fachkraft-Kind-Interaktion“. Praxisbezogene Forschungsprojekte fokussieren dabei die Perspektiven von belasteten Kindern und ihren Familien mit dem Ziel, Prozesse der Bildungsbenachteiligung besser zu verstehen und dazu beizutragen, diese abzubauen.

Klaus Kokemoor

Die Macht der äußeren Bilder – Auswirkung der neuen Medien auf das Spielverhalten von Kindern (Vortrag)

Der Umgang mit digitalen Medien bestimmt zunehmend den Alltag von Erwachsenen und Kindern. Dabei wird deutlich, dass die Bilder der Medien die Aufmerksamkeit vieler Kinder binden und sich auf das Spielverhalten und die Kommunikation einzelner Kinder auswirken. So greifen diese Kinder in Rollenspielen immer häufiger auf äußere Bilder aus Filmen und Videospielen zurück, die ihre inneren Bilder, die der Selbstregulation dienen, überlagern. Der Vortrag zeigt auf, welche Möglichkeiten wir haben, auf diese Entwicklung kreativ zu reagieren.

Von der Ohnmacht zur Handlungskompetenz (Vortrag)

In der pädagogischen Arbeit stehen pädagogische Fachkräfte und Eltern dem herausfordernden Verhalten von Kindern oft ohnmächtig und unsicher gegenüber. Der Vortrag zeigt an Hand von Videobeispielen Wege auf, wie wir dieser Herausforderung begegnen können. In diesem Kontext wird deutlich, welche elementare Bedeutung die Handlung hat. Durch die Handlung erleben wir unsere Selbstwirksamkeit und hier gibt es eine interessante Parallele zwischen pädagogischer Fachkraft und dem Kind zu beobachten.

Paradigmenwechsel Autismus – das autistische Kind in die Beziehung begleiten und die Selbstbezogenheit auflösen (Vortrag)

Die größte Bedeutung für den kindlichen Reifungsprozess ist das, was zwischen den Menschen geschieht. Das autistische Kind zeigt uns von Geburt an seine Schwierigkeiten auf, zu unseren Beziehungsangeboten in Resonanz zu gehen. Aus den Wechselwirkungsprozessen, die damit verbunden sind, wird zunehmend unsere Schwierigkeit deutlich, uns hinreichend mit dem Kind in Beziehung zu setzen. Der Vortrag zeigt, wie wir das Kind in die Beziehung einladen und es so aus seiner Selbstbezogenheit lösen können.

Klaus Kokemoor, Jg.1962, ist Diplom-Sozialpädagoge, Supervisor, Therapeut (Entwicklungsbegleitung Doering, Psychomotorische Praxis Aucouturier sowie Marte-Meo Video Interaktionsanalyse). Koordinator für das Thema Inklusion der Stadt Hannover. Seit 1982 beschäftigt er sich in Praxis und Theorie mit Menschen mit Autismus. Autor der Bücher „Autismus neu verstehen“, „Das Kind das aus dem Rahmen fällt“, „Von der Ohnmacht zur Handlungskompetenz“ sowie zahlreichen Publikationen.

Heiner Böttger

Mehrsprachig aufwachsen – Muttersprachen wertschätzen (Vortrag)

Jahrzehntelang galt das Credo: Zu Hause muss Deutsch gesprochen werden. Nur dann sei die Integration zugezogener Familien möglich. Aber die aktuelle Forschung zeigt: Das Rezept, um möglichst gut Deutsch zu lernen, ist eine vollständig ausgeprägte Muttersprache. Wird sie nicht richtig gefördert, entwickelt sie sich einfach nicht genügend. Dann fehlt auch das Referenzmodell, die kognitive Basis für den Erwerb mehrerer Sprachen.

Heiner Böttger ist Professor für Englischdidaktik und Educational Neuroscientist an der Kath. Universität Eichstätt-Ingolstadt. Sein Forschungsinteresse konzentriert sich auf die neurowissenschaftlich basierte Spracherwerbsforschung. Er ist Verfechter der Selbstverpflichtung, Studienergebnisse einer breiten Öffentlichkeit zugänglich zu machen.

Uta Böttcher

Meditativer Tanz und tanztherapeutische Elemente (Workshop)

Wertschätzung beginnt bei uns selbst. Tänzerisch – mit Körper und allen Sinnen – üben wir Achtsamkeit, richten Aufmerksamkeit auf das, was uns stärkt. In einer Zeit gesellschaftlicher Umbrüche und Verunsicherungen, ist es manchmal erforderlich, alte Ansichten zugunsten neuer Erfahrungen und Erkenntnisse loszulassen und offen zu sein für Veränderungen. Dabei gilt es, die eigenen Wertvorstellungen zu überprüfen und zu klären.

Über inneres Erleben im Tanz können wir Gefühle, Gedanken und Überzeugungen bewusst machen. Wir vertiefen unsere Wahrnehmung für uns selbst und für die Menschen, mit denen wir arbeiten. Mit dieser Präsenz und feineren Wahrnehmung können wir uns, und unser Wirken im Außen verändern.

Im Workshop werden Bewegungsformen angeboten, die Gesundheit fördern, Genuss vermitteln und Oasen des Innehaltens ermöglichen. Meditative Tänze sind einfache Choreografien sich wiederholender Schrittformen nach klassischer, zeitgenössischer oder traditioneller Musik. Tänze lassen uns Lebendigkeit und Lebensfreude spüren: wir erleben vielfältige Begegnungen und erfahren Verbundenheit mit anderen Menschen.

Uta Böttcher arbeitet seit vielen Jahren als Tanz- und Physiotherapeutin und leitet Meditative Tanzgruppen. Aktuell ist Sie in der Asklepios Psychiatrie Niedersachsen als Körper- und Tanztherapeutin tätig. Weiterhin arbeitet sie als Schmerzphysiotherapeutin für die Universitätsmedizin Göttingen. Von 1993-2010 war sie als Physio- und Bobathkindertherapeutin in integrativen Einrichtungen beschäftigt.

Meera Drude

Resilienz – Die Fähigkeit Krisen zu meistern und an ihnen zu wachsen (Vortrag)

In unserer von Krisen und Krieg geschüttelten Welt mit allen Zeichen der Unsicherheit und Unberechenbarkeit, der Ohnmacht und der Verluste an Freiheit und Selbstbestimmung stellt sich immer mehr und verstärkt die Frage: “Was können wir tun, wie uns und die uns anvertrauten Menschen beschützen?“

Hier ist sicher die größte Herausforderung in der Arbeit mit Kindern und Jugendlichen zu sehen, die wir ins und im Leben begleiten und denen wir ein Recht auf ein eigenes Leben und dessen Gestaltung zusprechen, wie es schon Fritz S. Pearls in seiner Gestalttherapie gefordert und umgesetzt hat: „Wir können nicht unsere Handlungsfreiräume und die Gestaltung unseres Selbst aufgeben, ohne unsere Lebendigkeit und Lebensenergie zu verlieren.“

Vor dieser Herausforderung stehen Erzieher*innen, Lehrer*innen und auch Eltern in einem hohen Maße; sie sollen/müssen Zuversicht und Stärke zeigen und sind doch selbst oft in einem Zustand der Mutlosigkeit und im Zweifel gefangen, fühlen sich überfordert und vermissen ihrerseits eine Stärkung und Rückhalt. Oft sind es hier die Teams, die in einem guten Miteinander stärkend wirken (können), aber in besonders belastenden Zeiten gehen oft auch Teamgeist und -zusammenhalt verloren, was das Gefühl von „ich muss alles alleine stemmen“ noch vergrößert. Was also tun, was kann helfen?

Resilienz – die Widerstandskraft der Seele – ist hier ein ganzes

Kompetenzbündel, was wir dringend brauchen können, um in dieser Zeit unsere Energie und Selbstwirksamkeit neu zu erfahren und verlässlich zu entwickeln. Ein Koffer voller Möglichkeiten, den es zu entdecken gilt, eine Rückbindung an unsere tiefe Seelenkraft und deren Gestaltung.

Im Vortrag werden die Resilienzfaktoren, bzw. deren Schlüsselkompetenzen verständlich beschrieben, deren Wirksamkeit und Entwicklungsmöglichkeiten vorgestellt und erste Ideen zur Umsetzung vermittelt.

Resilienz – Die Fähigkeit Krisen zu meistern und an ihnen zu wachsen (Workshop)

Im nachfolgenden Workshop werden wir uns interaktiv schwerpunktmäßig mit der Schlüsselkompetenz der Selbstwirksamkeit beschäftigen und herausfinden, was es braucht, um diese wieder zu aktivieren und ihr einen Platz in unserem Leben und unserer Arbeit zu geben.

Es wird dies ein gemeinsames Erleben sein, ein Miteinander, das uns stärkt und Hoffnung gibt, das uns wieder an uns erinnert: an unsere Seele in all ihrer Kraft und Schönheit, und an unsere Selbstwirksamkeit, auch und gerade in dieser Zeit!

„Und es waren die dunkelsten Stunden, in denen ich die hellen Seiten an mir entdeckte.“ – Dr. Mirriam Prieß

Meera Drude arbeitet seit vielen Jahren als Psychotherapeutin in eigener Praxis in Göttingen. Darüberhinaus ist sie in den verschiedendsten Bereichen supervisorisch tätig. Sie hat eine eigene Methode der Aufstellungsarbeit entwickelt und arbeitet in diesem Bereich sowohl im therapeutischen als auch organisatorischen Kontext.

Susanne Rieks, Beate Hager

Bunt, flexibel und individuell – warum Vielfalt und Kindertagespflege gut zusammenpassen. (Vortrag)

Die Kindertagespflege zeichnet sich durch ein sehr individuelles und gleichzeitig auch vielfältiges Profil in der Art und den möglichen Formen aus und bietet allein schon dadurch einen idealen Rahmen für das Gestalten von bunter, flexibler und individueller Kinderbetreuung.

Dabei sind es nicht nur die kleinen Kindergruppen, die die Tagespflegepersonen unterstützen, um auf die vielfältigen Bedürfnisse der Kinder in besonderer Weise eingehen zu können. Was die Kindertagespflege noch auszeichnet und warum die Vielfalt des einzelnen Kindes, als auch die Vielfalt aller Kinder zusammen, so gut mit der Vielfalt der Kindertagespflege harmoniert, soll in einem bunten Vortrag ganz individuell gezeigt werden.

Susanne Rieks, Dipl. Sozialpädagogin, seit 2000 initiiert sie Projekte in der Kindertagespflege und macht sich für eine Professionalisierung dieses Bereiches stark. Seit 2005 eine von zwei Geschäftsführerinnen des Vereins Kindertagespflege Göttingen e.V. Der Verein arbeitet kommunal und niedersachsenweit für die qualitative Weiterentwicklung der Kindertagespflege.

Beate Hager, Erzieherin, Ergotherapeutin und Kindheitspädagogin (B.A.), langjährige Erfahrung mit Vielfalt und Individualität bei Kindern und in Familien durch die Tätigkeit als Ergotherapeutin in eigener Praxis und beim Paritätischen Wohlfahrtsverband. Seit 2015 Fachberaterin beim Verein Kindertagespflege Göttingen e.V.

Dr. Anja Schultze-Krumbholz

Prävention von Cybermobbing in der Schule (Vortrag)

Cybermobbing findet statt, wenn Personen andere mittels digitaler Medien wiederholt und absichtlich beleidigen, bedrohen, belästigen oder demütigen. Dieses Verhalten hat für die Betroffenen teils schwerwiegende, mitunter auch nachhaltige Auswirkungen wie beispielsweise Verminderung des Selbstwertgefühls, vermehrte Angstsymptome und vermehrte depressive Symptome. Ursachen für das Verhalten finden sich in individuellen Merkmalen der Täter*innen, aber auch in Merkmalen des sozialen Umfelds, vor allem der Schule. Dennoch gibt es wenig gesichertes Wissen, wie Schulpersonal und Schulen effektiv gegen Cybermobbing intervenieren können. Erste Präventionsansätze existieren dagegen bereits.

Im Vortrag wird diskutiert, welche Rolle der Schule bei der Prävention von Cybermobbing zukommt und welche Präventionsansätze es bereits gibt. Vertiefend wird einer dieser Ansätze, das Medienhelden-Programm, vorgestellt.

Dr. Anja Schultze-Krumbolz forscht seit 2007 zum Thema Cybermobbing und schrieb ihre Dissertation zum Thema „Cyberbullying – Risiko- und Schutzfaktoren, Folgen und Prävention“. Seit 2016 ist sie wissenschaftliche Mitarbeiterin im Fachgebiet Pädagogische Psychologie der Technischen Universität Berlin, wo sie u.a. auch als Dozentin in der Lehrkräftebildung tätig ist. Das von ihr mitentwickelte Präventionsprogramm „Medienhelden“ wurde mit dem 2. Platz des European Crime Prevention Awards ausgezeichnet. Sie war und ist aktuell Mitglied nationaler und internationaler Expertenkommissionen zu Mobbing und Cybermobbing.

Jutta Sengpiel

Mobbingprävention an Niedersächsischen Schulen
Für eine Schulkultur der Achtsamkeit und Anerkennung
(Workshop)

Das Verhalten von Kindern und Jugendlichen in der Schule bedürfnisorientiert, kontextbezogen und diesem Sinne als Ausdruck gruppendynamischer Prozesse zu verstehen, ist eine wesentliche Voraussetzung für gelingende Mobbingprävention. Wertschätzende Beziehungen, Achtsamkeit im Umgang mich sich und anderen, die Schaffung von Selbstwirksamkeitskontexten für alle an Schule Tätigen müssen Grundlagen des pädagogischen Konsens der Schule sein.

Im Rahmen des Workshops möchte ich über praktische Übungen Mobbingsysteme erfahrbar machen, um auf dieser Grundlage wirksame Präventionsstrategien zu entwickeln. Die Teilnehmenden erhalten zudem Einblicke in das Qualifizierungsangebot „Mobbing-Interventions-Team in der Schule“.

Jutta Sengpiel, Systemische Supervisorin und Organisationsentwicklerin, Schulentwicklungsberaterin, Präventionsfachkraft Schnittstelle Jugendhilfe-Schule, Lehrerin. Mitautorin des Praxishandbuchs „Mobbing-Interventions-Team in der Schule“ Carl Link 2017, Mitherausgeberin „Großes Handbuch Schulkultur“, Carl Link 2018 und Autorin von Artikeln im Kontext Demokratischer Schulkultur, Schulentwicklung und Sozial-emotionalen Lernens in der Schule. Zurzeit tätig als Referentin für Gesundheitsförderung und Prävention im Niedersächsischen Kultusministerium.

Dr. Kirsten Schuchardt

Klassenklima fördern (Vortrag)

In den letzten Jahren ist die Zusammensetzung der Schülerschaft, u.a. durch die Schließung der Förderschulen sowie durch die ständige Zunahme von Kindern mit Migrationsgeschichte, immer heterogener geworden. Studien zeigen hierbei, dass allein durch das gemeinsames Unterrichten im Klassenverband nicht gewährleistet wird, dass alle Kinder auch automatisch in der Klasse sozial eingebunden sind. Den Lehrkräften kommt bei der Entwicklung des Klassenklimas eine ganz besondere Rolle zu. Im Vortrag sollen Maßnahmen der Klassenführung vorgestellt werden, wie die sozialen Beziehungen in der Klasse aktiv und positiv gestaltet werden können.

Dr. rer. nat. Kirsten Schuchardt ist Psychologische Psychotherapeutin und arbeitet als wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Psychologie der Universität Hildesheim. Ihre Forschungsschwerpunkte liegen in der kognitiven Entwicklung der frühen Kindheit sowie im Bereich Lern- und Aufmerksamkeitsschwierigkeiten. Darüber hinaus begleitet sie wissenschaftlich die Beratungslehrkraftweiterbildung sowie eine Weiterbildung für Klassenlehrkräfte zur Entwicklung eines positiven Klassenklimas (KIK), die durch die Schulpsychologie in Niedersachsen angeboten werden.

Dipl. Psych. Ulrike Schneiberg, Moderation

Als Journalistin und ehemalige Redaktionsleiterin im Hörfunk interessieren mich Menschen, Themen, die ganze Welt. Als Psychologin und Therapeutin fasziniert mich unser Innenleben. Wie sind wir geprägt, was blockiert uns? Wo liegen unsere Entwicklungs- und Wachstumsmöglichkeiten, wie können wir sie fördern? Als Coach begleite ich Entwicklungen und Prozesse in beruflichen Zusammenhängen.

Um Verbindung geht es mir in allen meinen beruflichen Feldern. „Creating Connection“ mit sich selbst in der Einzeltherapie, zwischen den Partnern in der Paartherapie, zwischen äußeren Anforderungen und eigenen Wünschen und Möglichkeiten im beruflichen Coaching und in der Moderation zwischen Rednern und Präsentatoren und ihrem Publikum. Ich engagiere mich für eine Welt, in der Offenheit, Respekt und Toleranz vor Machterhalt und Machtgewinn stehen und in der Menschen bereit sind, nicht nur das eigene, sondern auch das Wohl der anderen in den Blick zu nehmen. Und Verantwortung für ihr eigenes Denken und Handeln zu tragen. Let’s connect!

Prof. Dr. Claudia Mähler

Gut gerüstet für die Schule – Was unsere Kinder brauchen und was wir dafür tun können

Mit dem Schuleintritt beginnt eine neue Lebensphase, aber was es dort zu lernen gibt, ist keineswegs alles neu. Kinder entwickeln sich kontinuierlich und erwerben schon vor der Schule wichtige Vorläuferkompetenzen, z.B. für die Schriftsprache, die Mathematik, die soziale Anpassung. Und so entsteht auch bereits vor der Schule eine große Vielfalt, die zu ganz unterschiedlichen Startchancen für die Kinder führt. Frühe Förderung und ein gelingender Übergang von der Kita in die Grundschule können helfen, den individuellen Möglichkeiten eines jeden Kindes gerecht zu werden.

Im Vortrag werden die Entwicklung wichtiger Vorläuferkompetenzen für den späteren Schulerfolg beleuchtet und Möglichkeiten früher Bildung und Förderung aufgezeigt.

Prof. Dr. Claudia Mähler ist Professorin für Pädagogische Psychologie und Diagnostik an der Universität Hildesheim. Ihre Forschungsschwerpunkte sind die kognitive Entwicklung von Kindern im Vor- und Grundschulalter, der Umgang mit Heterogenität in der Entwicklung sowie Prävention und Intervention bei Lernschwierigkeiten. Sie leitet die Hochschulambulanz KiM – Kind im Mittelpunkt an der Universität Hildesheim.

Marc Wallert

Stark durch Krisen gehen

In unserer beschleunigten Welt wird es immer wichtiger, Krisen erfolgreich zu meistern. Dabei hilft die geheimnisvolle innere Widerstandskraft namens „Resilienz“ mit ihren Schutzfaktoren wie Akzeptanz und Optimismus. Je resilienter Menschen sind, desto leichter können sie Krisen bewältigen und nach Schicksalsschlägen wieder aufstehen.

Stark durch Krisen werden

Krisen sind nicht nur Hindernisse, die Menschen überwinden müssen, sondern meist auch Wachstumschancen. Doch die Kunst besteht darin, diese Chancen auch wirklich zu ergreifen. Und das geht nicht mit dem „Stehaufmännchen“-Prinzip „hinfallen, aufstehen, Krönchen richten und weitergehen“. Vielmehr geht es darum, gezielt aus Krisen zu lernen, neue Wege einzuschlagen und sich zu verändern.

Resilienz entwickeln

Resilienz ist eine Zukunftskompetenz in einer Welt des zunehmenden Wandels. Und diese Kompetenz lässt sich zumindest in einem gewissen Umfang trainieren.

Als Überlebender einer Entführung hat Marc Wallert am eigenen Leibe die Kraft der inneren Widerstandsfähigkeit namens „Resilienz“ erfahren. Mit 27 Jahren saß er als Geisel für 140 Tage im philippinischen Dschungel, verschleppt durch die islamistische Terrorgruppe Abu Sayyaf. Nun inspiriert er als Vortragsredner Menschen und Organisationen, wie sie Krisen meistern, aber vor allem auch an ihnen wachsen können. Er hat 17 Jahre lang für internationale Konzerne gearbeitet und lebt heute als Selbständiger und Familienvater in Göttingen.

www.marcwallert.com

Christine Stern, Alexandra Vanin

Stern, Vanin

„Wurzeln geben, Vielfalt leben“ – Inklusion in der Schule (Workshop)

Inklusiv zu denken bedeutet, jeden Menschen als besonderen Menschen wahrzunehmen.

Unsere Schule betrachten wir als Raum inklusiven Lebens und Lernens. Dabei legen wir Wert darauf, dass alle Beteiligten das Schulleben mitgestalten und mitbestimmen können. So erleben sich die Einzelnen in ihrer Selbstwirksamkeit und entwickeln ein gesundes Selbstwertgefühl. Damit werden Grundlagen geschaffen und Stärken erlangt, um sich Veränderungen, weiteren Herausforderungen und den Verantwortung des Lebens stellen zu können.

Wurzeln sind wichtig als Basis zur Entfaltung vielfältiger Fähigkeiten und einer starken Persönlichkeit. Heterogenität ist selbstverständlich und wird als Bereicherung gesehen und erlebt. Eine Pädagogik der Vielfalt macht gemeinsames und individuelles Lernen möglich.

In dem Workshop werden Einblicke in unser Konzept für ein vielfältiges und buntes Schulleben gegeben.

Christine Stern, geb. 1982, Grund-, Haupt- und Realschullehrerin, seit 2013 an der Otfried-Preußler-Schule, 2015-2017 Multiplikatorin für Inklusion an Grundschulen in Niedersachsen

Alexandra Vanin, Jahrgang ´74, lebt mit Partner und 5 Kindern in Hannover, So.-Päd. und Grund,- Haupt,-Realschullehrerin, seit 2003 Grundschullehrerin, Fachberatung bei der NLSch und ab 2014 Schulleitung der Otfried-Preußler–Schule

https://wordpress.nibis.de/opgs/

Claudia Possekel

Erkennen von alltäglichen Selbstbildungsprozessen von Kindern. Die Bedeutung für die pädagogische Arbeit im Early Excellence Ansatz

Jedes Kind ist einzigartig und verdient eine exzellente Förderung. Beobachtungen von kindlichen Spielprozessen haben im Early Excellence Ansatz eine hohe Bedeutung und sind integraler Teil frühpädagogischer Praxis.

Dieser Workshop richtet sich vorrangig an pädagogische Fachkräfte in Kindertagesstätten. Anhand von Videosequenzen werden die Beobachtungssystematik und die Schlüsselbegriffe aus dem EE – Ansatz vermittelt. Welche Bedeutung haben die Beobachtung und das Verstehen von Momenten des vertieften Spiels für die pädagogische Praxis und die Begleitung von Kindern in ihren Spielprozessen? Wie trägt das Beobachtungsverfahren dazu bei, dass jedes Kind bestmöglich begleitet werden kann?

Claudia Possekel, Diplom Pädagogin und Early Excellence Beraterin, arbeitet im Fachbereich Jugend und Familie der Landeshauptstadt Hannover als Programmkoordinatorin für Familienzentren und hat praktische Erfahrungen in der Umsetzung des Early Excellence Ansatzes.

Maike Plath

Kommunikation und gelingende Beziehungsgestaltung im Schulalltag

Wie kann es gelingen, in sehr heterogenen Lerngruppen vertrauensvolle und individuelle Beziehungen zu Kindern und Jugendlichen aufzubauen und gleichzeitig den Unterricht selbstbewusst und professionell zu steuern?

In einem Vortrag stellt Maike Plath ihre Unterrichtserfahrungen mit der Status-Lehre von Keith Johnstone vor und zeigt in einem Workshop, wie man „spielerisch” differenziert und authentisch zugleich kommuniziert – und damit nachhaltig an natürlicher Autorität gewinnt. Vortrag und Workshop führen ein in das Mischpult-Prinzip von Maike Plath, ein Konzept, das über das Theater-spielen und -kreieren selbstbestimmte und individuelle Strategien Demokratischer Führung vermittelt und über den Theaterunterricht hinaus auf andere Kontexte und Themenfelder übertragbar ist.

Wie können wir Konflikte im Schulalltag lösen, die Schüler*innen für Unterrichtsinhalte motivieren und mit allen Beteiligten des Schullebens deeskalierend, freundlich und zielführend kommunizieren, und dabei gesund und optimistisch bleiben?

Maike Plath, Autorin, Theaterpädagogin und Lehrerin (1996-2013)
Als konstruktive Antwort auf ihre Erfahrungen als Lehrerin im Berliner Schulalltag entwickelte Plath nach ihrer 9-jährigen Tätigkeit an einer Berliner Brennpunktschule ihr partizipatives künstlerisches Konzept, das sogenannte Mischpultprinzip, das heute in insgesamt neun Publikationen vorliegt und über ACT e.V. bundesweit an Theaterpädagog*innen, Lehrkräfte und Kulturschaffende weitergegeben wird. Plath arbeitet als künstlerische Leiterin des Theater-Jugendclubs am Heimathafen Neukölln und leitet gemeinsam mit zwei Kolleginnen den Verein ACT e.V. Berlin. Rosa von Praunheim portraitierte ihre Arbeit 2017 im Kinofilm „Act! Wer bin ich?“.

www.maikeplath.de

Klaus Kokemoor

Was bewegt das Kind, das aus dem Rahmen fällt -Die Reflexion und der Umgang mit besonderen Verhaltensweisen

Inklusion ist in Kindertagesstätten und Schulen die große Herausforderung unserer Zeit. Neben den Kindern mit Verhaltensauffälligkeiten stellen Kinder mit Behinderung auf Grund der besonderen Entwicklungsbedürfnissen, sehr spezifische Anforderungen an die pädagogischen Fachkräfte. So gibt es eine Vielzahl von Kindern, die uns mit ihrem Verhalten an Grenzen bringen und somit buchstäblich aus dem Rahmen fallen. Der Vortrag zeigt verschiedene Blickwinkel auf, wie wir auf diese Anforderungen angemessen reagieren können.

Autismus – Begegnung mit einer anderen Kultur: Von der Selbstbezogenheit zum Beziehungserleben

Autistische Kinder haben ein anderes Wirklichkeitserleben und scheinen wie Menschen einer anderen Kultur. Viele Erziehungsschwierigkeiten sowie pädagogische Konflikte gründen in den Missverständnissen, die sich aus dieser anderen Sichtweise ergeben. Der Vortrag ist eine Einladung zum Perspektivwechsel. Er baut eine Brücke zur Interaktion mit dem autistischen Kind. Die Entdeckung der Lust an der Begegnung mit dem Anderen ist eine wesentliche Grundlage, um eine positive Entwicklung beim Kind zu bewirken.

Klaus Kokemoor, Jg.1962, ist Diplom-Sozialpädagoge, Supervisor, Therapeut (Entwicklungsbegleitung Doering, Psychomotorische Praxis Aucouturier sowie Marte-Meo Video Interaktionsanalyse). Koordinator für das Thema Inklusion der Stadt Hannover. Seit 1982 beschäftigt er sich in Praxis und Theorie mit Menschen mit Autismus. Autor der Bücher Autismus neu verstehen, Das Kind das aus dem Rahmen fällt, sowie zahlreichen Publikationen.

Fredrik Vahle


Fotograf: Paul Alexander Probst, EVOLAIR

Vom Zauberer mit dem Hexenschuss zu Ayşe und Jan – berührende Spiellieder und Kinderballaden (Workshop I)

Singen, sagen, sich bewegen als praktizierte Ganzheitlichkeit, hören, horchen und lauschen … Die Faszination von Kinderliedern in Rhythmus, Klang und der Entfaltung existentieller sozialer und geistiger Dimensionen hat immer etwas mit Berührung zu tun – leiblich und geistig. Gleichzeitig wird vor der Entwicklung einer „berührungslosen Gesellschaft“ (E. v. Thadden) gewarnt. Der Workshop versucht, diese Thematik in Reflexion und praktischen Beispielen und Übungen zu entfalten. Gerade auch für Grundschulkinder.

Tiger, Oma, Zauberhände (Workshop II)

Dieser Workshop behandelt Bewegungs- und Erzähllieder und Balladen, auch für Grundschulkinder. Es geht auf der einen Seite darum, das Ganze in Klang und Rhythmus umzusetzen, auf der anderen Seite aber auch darum, Kinder für Erzählstoffe zwischen Mythen und Märchen und begeistern, um Einblicke in die eigenen Lebensbahnen zu eröffnen. Erzählung, Klang und Stille werden dabei in unterschiedlichen Beispielen erprobt.

Fredrik Vahle ist Autor, Dozent, apl. Prof. für Sprache und Bewegung an der Uni Gießen und seit über vierzig Jahren einer der erfolgreichsten Kinderliedermacher im deutschsprachigen Raum. Sein Beschäftigungsschwerpunkt ist die Verbindung von Sprache, Musik und Bewegung.

www.fredrikvahle.de

Beatrix Schminke-Gebauer, Ute Wieder

Alles ist möglich – Collagen und Dreidimensionales (Workshop)

Erzieher*innen und Lehrer*innen sind in ihrem beruflichen Alltag ständig mit der Aufgabe konfrontiert, Vielfalt zu berücksichtigen. Oft erscheint dies unmöglich, doch häufig finden sie kreative Lösungen. Die künstlerische Auseinandersetzung gibt der Vielfalt eine Form. Wir wollen dieser Herausforderung mit gestalterischen Möglichkeiten Ausdruck verleihen.

Beatrix Schminke-Gebauer war Erzieherin und Heilpädagogin. Sie verfügt über langjährige Praxiserfahrung mit Kindern unterschiedlicher Altersstufen (Krippe, Kita, Hort, Grundschule, sowie in der integrativen Arbeit). Ihr Arbeitsschwerpunkt war künstlerisches Gestalten.

Ute Wieder, Diplom–Kunstpädagogin, Leitung von: MAL MIR MAL – Atelier im Paritätischen Kindergarten und KINDER+KUNST Galerie e.V., Atelier und Werkstatt, Göttingen. Seit 1991 in der beruflichen Aus- und Weiterbildung tätig.

Dr. Claudia Raabe


Digitale Medien in KiTa und Schule – Sprachbildung mit Medien unterstützen

Kinder wachsen heute in einer mediatisierten Lebenswelt auf und machen immer früher erste Erfahrungen mit digitalen Medien. Hier benötigen sie aufmerksame Begleitung und kompetente Unterstützung durch Eltern und Erzieher*innen.

Kinder sind neugierig auf die Welt, auch auf die Medienwelt. Mediengeräte und -inhalte eignen sich daher hervorragend, um Lernprozesse anzuregen, zu begleiten und Kinder in der Auseinandersetzung mit der eigenen Lebenswelt kompetent zu begleiten.

Kinder mit Fluchterfahrung finden sich in einer fremden Umgebung und Kultur wieder. Sie sind verunsichert und reagieren oft verängstigt. Daher ist es wichtig, sie und ihre Familien dabei zu unterstützen, Vertrauen in sich und Zutrauen in ihre neue Umgebung zu finden, Kommunikationsanlässe zu schaffen und Kontakte zu ermöglichen. Wenn Worte fehlen, können Bilder helfen und eine Brücke für mehr Verständnis untereinander und miteinander sein.

In der KiTa und in der Schule können Kinder unterstützt werden, dem vielfältigen Medienangebot zu begegnen und lernen, Medien als Werkzeuge sinnvoll und kreativ zu nutzen. Kinder sind von Medien fasziniert und Medien bieten sehr gute Möglichkeiten, Themen aufzugreifen, Sprachanlässe zu schaffen und kreativ zu werden.

Medien als Brücke – Kinder durch Medienprojekte integrieren

Kinder, die aus ihrem Land fliehen mussten, finden sich in einer fremden Umgebung und Kultur wieder. In dieser Lebenssituation ist es wichtig, sie dabei zu unterstützen Selbstvertrauen aufzubauen und Zutrauen in ihr neues soziales Umfeld zu finden.

Mediengeräte – vom Fotoapparat bis zum Tablet – und Medieninhalte – von der Bilderbuch-Geschichte bis zum Trickfilm – eignen sich hervorragend, um Lern- und Sprachbildungsprozesse anzuregen, zu begleiten und Kinder in der Auseinandersetzung mit der eigenen Lebenswelt zu unterstützen. Kinder können lernen, Medien als Werkzeuge sinnvoll und kreativ zu nutzen.

Medienprojekte schaffen Kommunikationsanlässe und ermöglichen es Kindern, sich mit sich und anderen Menschen auseinanderzusetzen. Ob Hörgeschichten, Interviews, Ich-Bücher, Fotografien, ausgewählte Apps – Medien können Brücken bauen für mehr Verständnis untereinander und die Auseinandersetzung mit sich und der Umwelt positiv fördern.

Dr. Claudia Raabe, ist Pädagogin, 2. Vorsitzende und Referentin des Blickwechsel e.V.Verein für Medien- und Kulturpädagogik. Sie führt medienpraktische Projekte mit Kindern und Jugendlichen sowie Fortbildungen für pädagogische Fachkräfte und Medien-Elternabende durch.

www.blickwechsel.org

Prof. Dr. Julian Nida-Rümelin

Eine Philosophie humaner Bildung

Eine humane Bildungspraxis ist darauf gerichtet, die Integrität der Person zu achten und zu fördern, die Person als Ganze, nicht in ihrem Funktionieren für diese oder jene Zwecke, zu respektieren und günstige Bedingungen für ihre Entfaltung zu schaffen. Eine humane Bildung soll den ganzen Menschen in den Blick nehmen, ihn in seiner ästhetischen, emotionalen, ethischen und kognitiven Dimension respektieren. Diese Kohärenz ermöglicht ein in sich stimmiges Leben, es trägt dazu bei, dass Menschen in den unterschiedlichen Phasen ihres Lebens mit sich im Reinen sind und sollte oberstes Ziel humaner Bildung sein.

Prof. Dr. Julian Nida-Rümelin gilt als einer der renommiertesten Philosophen in Deutschland. Er lehrt Philosophie und politische Theorie an der Ludwig-Maximilians-Universität in München. Seit 2018 ist er Direktor am Bayerischen Forschungsinstitut für digitale Transformation (bidt) und leitet den Bereich Kultur am Zentrum Digitalisierung Bayern (ZD.B). Er ist u.a. Honorarprofessor an der Humboldt-Universität zu Berlin, Mitglied der Europäischen Akademie der Wissenschaften und Künste und der Akademie für Ethik in der Medizin. Für fünf Jahre (1998-2002) wechselte Nida-Rümelin in die Kulturpolitik, zunächst als Kulturreferent der Landeshauptstadt München, dann als Kulturstaatsminister im ersten Kabinett Schröder.

Er hat sich in den letzten Jahren intensiv mit Bildungsfragen befasst und dazu drei Bücher publiziert. Darunter: Philosophie einer humanen Bildung (2013). Zuletzt ist von ihm erschienen: Digitaler Humanismus: Eine Ethik für das Zeitalter der künstlichen Intelligenz (2018).

Dr. Gabriele Haug-Schnabel

Vielfalt sehen und beantworten (Vortrag und Workshop)

Diversität beginnt ab dem zweiten Kind. Jedes Kind bringt sein eigenes Geburtsalter, sein individuelles Entwicklungsalter, sein Geschlecht, sein Temperament und seine Persönlichkeit, seine Familiengeschichte und seine soziale und kulturelle Umwelt mit.

Diversität ist etwas Normales, Selbstverständliches und erfordert eine Pädagogik der Vielfalt, die die unterschiedlichen Bedarfe, Kompetenzen und Interessen jedes Kindes im Blick hat, diese als Chance versteht und sie in einer inklusionsbewussten Gestaltung von Raum und Alltag genauso wie in der achtsamen individuellen Begegnung widerspiegelt.

Dr. rer. nat. habil. Gabriele Haug-Schnabel, Verhaltensbiologin und Ethnologin, 20 Jahre Privatdozentin an der Universität Freiburg, lehrt aktuell „Pädagogik der Kindheit“ an der EH Freiburg und „Early Childhood Education“ an der Universität Salzburg. Sie ist Gründerin und Leiterin der Forschungsgruppe Verhaltensbiologie des Menschen.

www.verhaltensbiologie.com

Uta Böttcher

Tanz als gesundheitsförderndes Element (Workshop I)

Unsere Zeit ist sehr schnelllebig, täglich werden wir von vielen Reizen überflutet. In der Gesellschaft ändern sich Werte und Strukturen unablässig. Als Kontrapunkt und Ausgleich dazu wollen wir genussvolle Bewegungsformen finden, die es ermöglichen, sich in sicherem Rahmen auszudrücken und Raum geben zum Innehalten. Im Tanz erfahren wir mit unserem Körper zyklische Geschehen wie Wachsen, Entfalten, Loslassen, Ruhen. Wir wollen Tanz als gesundheitsförderndes Element entdecken.

Tanz – ein spielerisches Verbinden mit andern Menschen (Workshop II)

Tänzerische sinnliche Bewegungen vermitteln uns eine positive Körperwahrnehmung und helfen uns, den eigenen Ausdruck zu finden. Im gemeinsamen Tanz verbinden wir uns spielerisch mit anderen Menschen, stärken unser Selbst-Bewusstsein und unsere Selbst-Wirksamkeit. Wir erfahren Tanz und Bewegung als Mittel zur Integration und sozialen Interaktion. So kann Sicherheit vermittelt und das Selbstwertgefühl gesteigert werden. Zusammen tanzen schafft Verbindung und Vertrauen zwischen Menschen und Kulturen.

Uta Böttcher arbeitet seit vielen Jahren als Tanz- und Physiotherapeutin und leitet Meditative Tanzgruppen. Aktuell ist Sie in der Asklepios Psychiatrie Niedersachsen als Körper- und Tanztherapeutin tätig. Weiterhin arbeitet sie als Schmerzphysiotherapeutin für die Universitätsmedizin Göttingen. Von 1993-2010 war sie als Physio- und Bobathkindertherapeutin in integrativen Einrichtungen beschäftigt.

www.uta-boettcher-tanz.de

Dr. Karl Gebauer

Mobbing – Eine Machtübernahme im Klassenzimmer

Mobbing ist ein aggressiver Akt und bedeutet, dass ein Schüler / eine Schülerin über einen längeren Zeitraum belästigt, schikaniert oder ausgegrenzt wird. Diese Prozesse laufen in der Regel verdeckt ab, sind also nur schwer von Lehrkräften zu erkennen. Das hat im Extremfall schwerwiegende Folgen. Oft entwickelt sich in einer Klasse eine autoritäre Herrschaftsstruktur, die von einem Schüler / einer Schülerin ausgeht. Häufig kommt es dabei vor, dass Lehrkräfte in diesem Prozess ihre Autorität verlieren. Ihren Platz nimmt der Mobber / die Mobberin ein. Er / Sie bestimmt den Verhaltenscodex. Die Schüler*innen leben und agieren in zwei „Klassenwelten“. Die Schattenwelt ist den Lehrpersonen meistens verborgen.

Im Vortrag werden Lösungsansätze dargestellt und spezifische Aufgaben beschrieben, die von Opfern, Mitläufern, Tätern und Lehrpersonen zu bearbeiten sind.

Dr. phil. Karl Gebauer, war Lehrer und 25 Jahre Schulleiter der Göttinger Leinebergschule. Er hat mehrere Bücher zu Erziehungs- und Bildungsfragen veröffentlicht. Dabei war es ihm wichtig, Erkenntnisse aus Nachbarwissenschaften in seine Arbeit einzubeziehen. Er ist Mitinitiator und Gestalter der Göttinger Kongresse für Erziehung und Bildung.

www.gebauer-karl.de