Marina Weisband

(C) Tibor Bozi

Perspektiven der Hoffnung in einer bedrohlichen Weltsituation – Politische, psychologische und soziologische Aspekte (Vortrag/digital)

Wer von uns weiß schon, wie unsere Welt im November 2022 aussehen wird?

Genauso wenig ahnte man im November 2013, zu welchen Konsequenzen die Demonstrationen auf dem Maidan führen würden. In Erinnerung geblieben sind die Prügelszenen der Polizei und die Todesschüsse als Ausdruck einer demokratiefeindlichen Haltung.

In Erinnerung geblieben ist aber auch der Beginn einer demokratischen Entwicklung.

In diesem Zusammenhang betont die Referentin die Bedeutung von individueller Selbstwirksamkeit und gemeinschaftlicher Stärke, die ihrem Wesen nach ansteckend und identitätsstiftend sind.

Damit ist eine Dynamik beschrieben, die radikal mit einer Untertanenmentalität aufräumt.

Es öffnet sich eine Tür zur Gestaltung der eigenen Zukunft. Der Mensch ist nicht mehr nur Konsument, sondern kann zum Gestalter seiner eigenen Welt werden. Damit verbunden ist eine Verantwortungsübernahme für sich und andere, die gekennzeichnet ist durch Empathie und Wertschätzung sowie der Wahrnehmung von Unterschiedlichkeit als Bereicherung.

In diesem Zusammenhang stellt die Referentin Fragen nach der Bedeutung digitaler Medien in Erziehungsprozessen. Es werden Abgründe aufgezeigt, die durch das Netz wabern; es wird aber vor allem herausgearbeitet, wie bereits in Kita und Schule digitale Inhalte genutzt werden können, um im analogen Umgang miteinander eine neue Gestaltungskraft zu entfalten. Es geht um Demokratiebildung von Anfang an.

Marina Weisband, geboren 1987 in der Ukraine, ist Diplompsychologin und Expertin für digitale Partizipation und Bildung. Von 2011 bis 2012 war sie politische Geschäftsführerin der Piratenpartei Deutschland, wo sie für die Meinungsbildung innerhalb der Partei und für die Repräsentation nach außen zuständig war. Heute engagiert sie sich bei den Grünen in den Themenbereichen Digitalisierung und Bildung. In ihrem Buch „Wir nennen es Politik“ (2013 erschienen im Tropen-Verlag) schildert sie für Politik-Neueinsteiger die Möglichkeiten neuer demokratischer Formen durch Nutzung des Internets. Seit 2014 leitet sie bei politik-digital e.V. das Projekt aula – ein Konzept zur politischen Bildung und liquid-demokratischen Beteiligung von Jugendlichen an den Regeln und Angelegenheiten ihrer Schulen und außerschulischen Organisationen (www.aula.de .) Darüber hinaus hat sie eine regelmäßige Radiokolumne beim Deutschlandfunk und ist Co-Vorsitzende bei D64 e.V., dem Zentrum für digitalen Fortschritt.