Nicole Strüber

Kind sein in unsicheren Zeiten: Was zeigt uns die Hirnforschung? (Vortrag)

Kinder brauchen Sicherheit. Ein stressarmes Leben mit sich einfühlenden und zuverlässig verfügbaren Bindungspersonen. Die Gegenwart ist jedoch von Unsicherheit gezeichnet. Erst die Pandemie, nun der Krieg. Wird diese Zeit Spuren in den Gehirnen und hiermit der Psyche der heute aufwachsenden Kinder hinterlassen? Und worauf kommt es an, wenn wir sie vor den Folgen schützen wollen?

In diesem Vortrag wird mit dem Blick der Hirnforschung hergeleitet, dass Kinder bzw. ihre Gehirne in diesen unsicheren Zeiten umso mehr Bindung und liebevolle Begleitung benötigen, um stressfrei und angstfrei lernen zu können, über ihre eigene emotionale Welt, ihre soziale Welt und all die Zusammenhänge dieser Welt, und um so eine gesunde Psyche zu entwickeln. Bedürfnisse nach Miteinander und selbstbestimmtem Spiel sollten deshalb Priorität vor einem überwiegenden Fokus auf die frontale Vermittlung von Lerninhalten haben.

Dr. Nicole Strüber ist Mutter von Zwillingen und promovierte nach einer längeren Kinderpause mit einer interdisziplinären Arbeit über die Bedeutung früher Erfahrungen für die Hirnentwicklung. Sie unterrichtet als Hochschullehrerin in einem Studiengang für Hebammen und ist außerdem freiberuflich als Autorin, Speakerin und Fortbildnerin tätig. Sie veröffentlichte gemeinsam mit Gerhard Roth das erfolgreiche Sachbuch „Wie das Gehirn die Seele macht“ sowie die Bücher „Erste Bindung. Wie Eltern die Entwicklung des kindlichen Gehirns prägen“, „Risiko Kindheit. Die Entwicklung des Gehirns verstehen und Resilienz fördern“ und „Coronakids. Was wir jetzt tun müssen, um unsere Kinder vor den seelischen Folgen der Pandemie zu schützen“.