Karl Heinz Brisch

DIESER BEITRAG FÄLLT LEIDER AUS. ANSTELLE VON KARL HEINZ BRISCH GIBT ES ZU DIESEM THEMA EINEN BEITRAG VON FABIENNE BECKER-STOLL.

Bindung, Vertrauen und Selbstwirksamkeit in Zeiten individueller und globaler Krisen (Vortrag)

Die Entwicklung einer sicheren emotionalen Bindung eines Kindes an seine Eltern wird heute als ein bedeutender Schutzfaktor in der kindlichen Entwicklung betrachtet.

Bindungssichere Kinder haben ein grundlegendes Gefühl von Ur-Vertrauen verinnerlicht, von dem aus sie selbstwirksam und neugierig die Welt erkunden können.

In Zeiten von äußerer und innerer Bedrohung, wenn Kampf und Flucht nicht mehr möglich sind, unterstützt uns unser angeborenes Bindungssystem. Wir durchleben gerade eine solche Zeit, in der die “Krise” zum Dauerzustand wird. Was passiert, z. B. wenn wir mit der Bedrohung durch einen unsichtbaren „Virus-Feind“ konfrontiert sind, den wir individuell weder bekämpfen, noch vor ihm fliehen können, weil er inzwischen weltweit vorkommt und nicht wieder verschwinden wird? Was passiert mit uns und unserer Suche nach Bindungssicherheit, wenn wir von Krieg, Flucht, Vertreibung bedroht sind und unsere individuelle und unsere globale Sicherheit in Familien und Gesellschaften gefährdet sind?

Welche psychischen Krisen werden hierdurch bei Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen, Paaren und Familien ausgelöst? Gibt es Lösungsmöglichkeiten?

Karl Heinz Brisch, Univ.-Prof. an der Paracelsus Medizinische Privatuniversität (PMU) in Salzburg, Dr. med. habil., ist Facharzt für Kinder- und Jugendpsychiatrie und Psychotherapeutische Medizin, Psychiatrie und Psychotherapeutische Medizin, Neurologie. Psychoanalytiker. Ausbildung in spezieller Psychotraumatologie für Kinder, Jugendliche und Erwachsene. Er war Vorstand des weltweit ersten Lehrstuhls für Early Life Care und leitete das gleichnamige Forschungsinstitut an der PMU in Salzburg. Ebenso leitete er die Abteilung für Pädiatrische Psychosomatik und Psychotherapie am Dr. von Haunerschen Kinderspital der Universität München. Seine klinische Tätigkeit und sein Forschungsschwerpunkt umfassen den Bereich der frühkindlichen Entwicklung und der Psychotherapie von bindungstraumatisierten Menschen in allen Altersgruppen. Brisch entwickelte die Präventionsprogramme “SAFE® – Sichere Ausbildung für Eltern” und “B.A.S.E® – Babywatching”. Er ist Gründungsmitglied der Gesellschaft für Seelische Gesundheit in der Frühen Kindheit (GAIMH) und war dort viele Jahre lang im Vorstand. Seit 2000 organisiert er die renommierte Internationale Bindungskonferenz. Er ist Autor vieler Fachartikel und Bücher zum Thema Bindung und Trauma sowie bindungsbasierter Psychotherapie (www.khbrisch.de).