18. Göttinger Kongress für Erziehung und Bildung 2019

XVI. Kongress Oktober 2016 in Göttingen, Foto: Jürgen Hast

Am 8. und 9. November 2019 wird es wieder einen Göttinger Kongress für Erziehung und Bildung geben.

ICH UND DIE ANDEREN – VIELFALT IN KITA UND SCHULE“

Ein Thema, das den Einzelnen in seiner Bezogenheit auf die jeweils Anderen im Blick hat. Es ergeben sich vielfältige Perspektiven. Was sieht und erlebt ein dreijähriges KindI mit anderen Kindern seiner Gruppe? Was bewegt eine Schülerin der 10. Klasse, wenn sie über sich und ihre Mitschüler*innen nachdenkt. Welche Gedanken stellen sich bei der Leiterin einer Kita ein, wenn sie einen Blick auf ihr Team, die Kinder und deren Eltern richtet? Die Anderen – das können sehr verschiedene Menschen mit unterschiedlichen Erwartungen, Wünschen, Ansprüchen und Umgangsformen sein.

Das Thema verweist auf eine elementare Befindlichkeit unseres Lebens. Es macht deutlich, dass wir auf sehr unterschiedliche Weise aufeinander angewiesen sind. Kein Mensch kann ohne Beziehungen zu anderen Menschen existieren. Jedes ICH ist auf andere ICHS angewiesen.

Aktuelle Ergebnisse der Bindungsforschung bestätigen, dass eine in den ersten Lebensjahren entwickelte empathische Bindung an nahe und verlässliche Bezugspersonen eine Bedeutung bis ins Erwachsenenalter hat.

Kinder kommen mit sehr unterschiedlichen Voraussetzungen in die Kitas und Schulen. In jüngster Zeit stellen Kinder mit einer Flüchtlingsbiografie Erzieher*innen und Lehrer*innen vor neue Aufgaben. Inklusive Erziehung wird damit um eine Facette erweitert.

Wie auch immer die Alltagssituation einer Kita oder einer Schule aussehen mag, es kommt entscheidend darauf an, ob es den Pädagog*innen gelingt, eine empathische Beziehung zu den Kindern / Schüler*innen aufzubauen. Sie sollten spüren, dass sie wahrgenommen und in ihrer Würde geachtet werden.

Ein gutes Selbstwertgefühls kann sich dann besonders gut entwickeln, wenn Kinder in vielfältigen Angeboten ihre Selbstwirksamkeit erfahren. Daher sind die vielen Formen des Gestaltens von großer Bedeutung. Tanz, Bewegung, Musik, künstlerisches Gestalten, freies Spiel und Rollenspiele schaffen Erlebnisräume, die den Selbstwert eines Menschen stärken. Kreative Begegnungsformen sind eine Quelle für ein gutes Miteinander.

Selbstverständlich treten in allen Beziehungsformen auch Konflikte auf. Der konstruktive Umgang mit Konflikten gehört daher zu den vornehmsten Aufgaben im Beruf der Pädagog*innen. Das gilt besonders dann, wenn Umgangsformen durch Destruktion geprägt sind, wie das z.B. bei Mobbing der Fall ist. Es gilt die innere Dynamik solcher Desintegrationsprozesse zu verstehen, damit konstruktive Lösungen entstehen können.

Wir leben in einer pluralisierten Gesellschaft. Der Weg zurück in in eine homogene Gesellschaft ist eine Illusion.Gegenseitige Akzeptanz, Anerkennung und Wertschätzung gehören zu den Lernzielen einer humanen Bildung. Damit sind wir beim Kern des Kongresses. Es gilt, die Vielfalt und Verschiedenheit in einer sich ständig wandelnden Welt wahrzunehmen, sie zu akzeptieren und dem Gemeinsamen, dem, was uns als Menschen verbindet, auf die Spur zu kommen. Dabei ist zu bedenken, dass ein ICH aus der Perspektive der Anderen immer auch ein Verschiedenes ist. In Vorträgen, Workshops und Foren werden pädagogische Handlungsansätze und Konzepte sowie neue Forschungsergebnisse aus den Bereichen der frühkindlichen und schulischen Bildung vorgestellt und auch aktuelle gesellschaftspolitische Themen angesprochen.

Der Kongress findet im Zentralen Hörsaalgebäude der Universität Göttingen, Platz der Göttinger Sieben, statt.

Neues Planungsteam

Für den Kongress hat sich ein neues Planungsteam zusammengefunden, das die Tradition der bisherigen Kongresse aufgreifen und fortführen will.

Zu dem Planungsteam gehören: Dr. Karl Gebauer, Beatrix Schminke-Gebauer, Dr. Dirk Jahreis, Universität Göttingen, Klaus Kokemoor, Stadt Hannover, Prof. Dr. Claudia Mähler, Universität Hildesheim, Wolfgang Muhs, ibbw-consult, Prof. Dr. Hermann Veith, Universität Göttingen,

Tilman Zschiesche, ibbw-consult